The Geek shall inherit the earth.

Bei Muddi kotzt man nicht auf den Tisch!

2. Mai 2013 von qypefee | Keine Kommentare

Bei Erika benimmt man sich, egal wie voll man ist
- oder auch: “Bei Muddi kotzt niemand auf den Tisch!”

Es ist ja fast schon ein Verbrechen, dass ich in meinen 13 Hamburger Jahren jetzt erst zum ersten Mal bei Erika’s Eck war, aber ich schäme mich nicht, es zuzugeben.
Ich bin einfach keine große Kiezgängerin, weil ich mich äusserst selten so vollaufen lasse, dass ich den Kiez ertragen könnte, und wann ist man schon mal so lange wach, dass man morgens um 6 betrunken auf einem Barhocker hängt und ein plötzliches Verlangen nach Roastbeef mit Remoulade bekommt?

Vorletzte Nacht war es soweit: Ich wollte Roastbeef. Wir wollten Roastbeef.

Eine irisch-kanadische Geburtstagsparty mit reinfeiern in einen weiteren Geburtstag war die Grundlage für den plötzlichen Hunger, denn wie wir wissen, trinken ist anstrengend – und wenn man zuletzt um 21 Uhr gegessen hat, schreit der Magen und die Seele nach neuem Futter, wenn man volltrunken aus der Kellerbar kommt und feststellt, dass es schon wieder hell draußen ist. So ist es eben, wenn man drei Parties auf einmal feiert.

Also flugs ein Taxi gerufen und ausprobiert, was die Legende sagt: einsteigen, “zu Erika” sagen und genießen. Das erfreute Gesicht des Taxifahrers, der fast am Ende seiner Nachtschicht ist, die totale Faszination des Freundes, der die Legende nicht schon tausendmal gehört hat (“es reicht, zu Erika zu sagen, und schon weiß der wo er hinmuss! Toll!”), und sich darüber freut dass Hamburg immer so schön aussieht und Frankfurt nie, und die desjenigen, der volltrunken, amüsiert und entspannt in der anderen Ecke des Taxis hängt und sich aufs Roastbeef freut.

Ankommen bei Erika. Vor der Tür Betrunkene, die umfallen. Innen: Schön warm! Eine bunte Mischung von frisch verliebten Pärchen, die sich wahrscheinlich nach dem Aufwachen verabschieden und nie wieder sehen, Taxifahrer, Hipstervolk, Nicht-so-Hipstervolk, Polizisten, junge Menschen, alte Menschen – das Publikum bei Erika sieht aus wie ein Schnitt durch die Gesellschaft. Nur die Schnöseldorfer Klientel könnte man hier vermissen, wenn man sie denn vermissen würde.

Wir bestellen 3 Mal Roastbeef XXL – 250 Gramm Roastbeef, Bratkartoffeln inklusive. Die Bestellung “einmal ohne Bratkartoffeln” wird mit der Frage: “Salat?” beantwortet.
Für mich, die sich ja nach LCHF ernährt (was sich weitaus spaßiger gestaltet als man so denken könnte), und ihre Kohlenhydrate hauptsächlich bevorzugt für Alkohol und Milchprodukte “ausgibt”, ein Traum.

Eine rauchen, bevor das essen kommt. Man benimmt sich. Faszinierend, wie der Typ, der gerade den ersten Joint seines Lebens geraucht hat, vor der Tür zusammenbricht und jammert, und ich einen Schritt zurück gehe, weil mir immer schlecht wird wenn ich jemanden kotzen sehe (er kotzte zum Glück dann doch nicht).

Aber kaum ist der arme Kerl drinnen, kann er wieder stehen, und sieht auch ganz glücklich aus (weiß nicht ob das an dem Joint oder dem Mettbrötchen lag).

Wieder drinnen, im warmen. Es ist schon der erste Mai, aber kalt ist es. Bitterbitterkalt. Vor allem wenn man nur im Kleidchen und Chucks dasteht.

Das Roastbeef ist da.
Es wird begleitet von einer Schale Remoulade, zwei Portionen Bratkartoffeln und einem “kleinen” Beilagensalat, von dem ich leider nur noch ein paar Happen runterbekomme – Roastbeef first!

Als wir fertig sind, brauchen wir ein Weilchen um zu bezahlen – erst müssen noch 30 Mettbrötchen und Roastbeefbrötchen, sowie ein einzelnes Nuttellabrötchen für die Polizei eingepackt werden.

Draussen vor der Tür versuchen ein paar Nachwuchshipster einen Türken im Mercedes zu provozieren, der offenbar auf seine Brötchenbestellung wartet. Sie sind aufgedreht, aber eindeutig zu müde, um sich noch eine Tüte zu drehen.

Sie sind sogar zu unmotiviert, um an den 1.Mai-Randalen teilzunehmen.“Ich hab doch alles was ich brauch” sagt einer, “wozu soll ich demonstrieren gehen.”

Meine Freunde werden noch mit “reserviert” Schildern dekoriert, dann kommt unser Taxi.

Für mich ein grandioses Erlebnis, ich habe mich in Erika’s Eck verliebt, trotz des Deppenapostrophs – und werde wiederkommen, wenn der Pegel stimmt. Oder der Roastbeefhunger zuschlägt.

Findet mich auf Qype – Diesen Beitrag auf Qype lesen

flattr this!

Karoviertel-Haul bei 99 Cubes

6. Februar 2013 von Knitterfee | 10 Kommentare

Ich war heute mehr oder weniger zufällig im Karoviertel (wem Hamburger Stadtteile nicht geläufig sind, das Karolinenviertel gehört zum Stadtteil St. Pauli und schmiegt sich ganz zauberhaft an die Nordseite des Heiligengeistfeldes, am besten erreichbar über die U-Bahn Messehallen und Feldstraße) und wollte einen kleinen Bummel machen. Schon länger wollte ich mal bei 99 Cubes reinschauen, einer dieser wunderbaren (ohgottachtungichschreibdasWort) Concept Stores aka Offline-Dawanda, bei denen man vielerlei handgemachte Sachen von “kleinen” Designern kaufen kann.

Früher habe ich auch gerne im Place in der Wexstraße gestöbert, aber das wurde ja leider im letzten Jahr geschlossen. Ich habe wohl nicht oft genug gestöbertThinking

Das Konzept ist nicht neu, aber fein: Designer können entweder Cubes mieten oder ihre Sachen auf Komission verkaufen lassen.

Begrüßung und Verkaufsförderung sind ganz in der Hand – sorry – den Pfoten von Cuba, einem feinen französischen Bulldoggenherren, der sich sogar auf nachdrückliche Aufforderung hin auf seinen eigenen Thron zurückzieht und röchelnd döst. Ich bin ein ganz arg riesengroßer Fan von Ladenhunden, insbesondere wenn sie so talentiert sind und sich wie bekloppt über Besucher freuen *verstohlen feucht angeschlabberte Hand an Jeans abwisch*.

However, kommen wir zu meiner Beute.

Ein schwarz-weiß gepunkteter Loopschal aus Baumwolle von Evelodde aus Regensburg.

Ein Ankertäschchen für Kleinkram von made by Tina aus Timmendorf  – natürlich ist das Innenfutter rot mit weißen Punkten. Muahahaha.

Muss ich nicht mehr viel zu sagen, oder? wähwähwäh Punkte *sabber* Dieses kleine süße Schmuckstückchen ist von JaMaTa aus Mainz.

Buttons Heart Von links nach rechts:
DirAction / Grabbelkiste Grin /MelsAnker

Das Highlight kommt natürlich zum Schluß, und ich weiß, man mag mich jetzt gerne für bekloppt halten, aber das folgende Stück ist für mich Kunst, insbesondere weil ich seltsame Dinge aus aller Welt sammle, und wenn ich es in mein Regal stelle, dann ist es Kunst, basta. Sei es eine Matroschka aus Russland, ein Drahtlöwe aus Südafrika, ein Pflasterstein der sich aus dem Gänsemarkt rausgelöst hat, oder eben eine Kalorie im Glas.

Ja, Kalorien im Glas, diese kleinen Tierchen die nachts die Kleider enger nähen. *Kreisch* ich wollte schon SO LANGE eine haben! Leider ist der Dawanda-Shop, in dem es sie mal gab, nicht mehr wirklich befüllt, und auch die Web-Adresse auf dem Label führt ins Leere. Lediglich einen Blog der Erschafferin der Kalorien im Glas habe ich gefunden.

Ich bin jedenfalls überglücklich, dass ich endlich eine Kalorie im Glas habe In Love und habe Euch die Designer, die auch bei Dawanda vertreten sind, verlinkt. Natürlich mit Affiliate-Links, weil ich mich an Euch bereichern will. Wisst Ihr ja.

Wie gefallen Euch die Sachen, und findet Ihr gepunktete Sachen auch so toll wie ich? Und wie ist Eure Meinung zu Ladenhunden?

Loslos!

flattr this!

Qype: Fugu

4. Januar 2013 von Knitterfee | Keine Kommentare

FailFugu

Ich habe lange versucht, meine Erfahrung im Fugu in meine übliche Form für Rezensionen zu bringen, nach dem dritten Anlauf jedoch werfe ich nun das Handtuch und schreibe meinen Bericht so herunter, wie mir die einzelnen Punkte auffielen.

Das Fugu ist loungig und spielt Smooth Jazz. Ein Internetstream. Regelmäßig wird man mit Werbeunterbrechungen gestört, die darauf hinweisen, dass man den Stream auch werbefrei und in besserer Qualität beziehen kann.
Beide Toilettenbrillen auf der Damentoilette hatten Flecken – und zwar keine Wasserflecken. Offensichtlich wird dort nicht wenigstens alle paar Stunden mal drübergewischt. Oberflächlich macht alles sonst einen sauberen Eindruck, aber wenn ich erstmal selber die Brille wischen muss…
An allen Ecken und Enden sah ich halbtote Pflanzen (vertrockneter Glücksklee und Schnittblumen). Auch nicht so richtig schön.
Die Bestellung läuft über ein Tablet. Ausser uns waren noch zwei weitere Tische belegt, die restlichen waren frei. Es wäre wohl also auch möglich gewesen, uns ein zweites Tablet (Samsung) zu geben, dann wären wir auch mit der Bestellung etwas schneller gewesen.
Die Software auf den Tablets bedient sich eher schlecht, unübersichtlich und ruckelig. Wenn ich zu Hause Sushi bestelle, tu ich das auch am liebsten am Rechner und nicht mit meinem iPad. Es gibt keinen „Service rufen“ Button. Ebenso gibt es keine Möglichkeit, die Bestellung auf verschiedene Personen aufzuteilen. Aus der Küche kommt alles so, wie es eben kommt. Auch ist im Bestellsystem nicht vermerkt, wenn etwas nicht mehr erhältlich ist.
So wurde uns, nachdem wir dann mühsam unser Menü gebastelt hatten, dass weder Wagyu noch Entenbrust verfügbar seien – mit der Anmerkung, die Lieferanten würden sie irgendwie in der Luft hängen lassen.

Überhaupt, der Service war skurril. Keine Kommunikation beim Bestellprozess dank der Tablets, dafür aber großes Rätselraten beim bringen des Essens, wer jetzt was bekommt. So landeten manche Maki auf dem Teller meines Freundes – mir egal, ich picke sie mir auch bei ihm runter, aber bei einem Geschäftsessen ist sowas ja eher unüblich. Ich glaube, wir hatten insgesamt 8 verschiedene Teller auf dem Tisch. Was mich besonders wundert: auf der Online-Bestellseite von Sushi Factory ist es möglich, beliebig viele Boxen zusammenzustellen. Warum war es nicht möglich, dies auch bei der Software, die auf den Tablets installiert ist, umzusetzen?

Für mich bedeutet GUTER Service, insbesondere in der Preisklasse des Fugu, dass sich offenbar wünscht bei den Großen mitzuspielen (ausliegende Golfklubmagazine…), dass sich jemand um mich kümmert, mich fragt was ich trinken möchte, mir einen Aperetif vorschlägt, sich merkt, was ich bestellt habe und was mein Freund bestellt hat, und nicht fragen muss, wer was bekommt.

Zur Qualität des Essens kann ich nur sagen, dass ich mit meiner Auswahl zufrieden war. Ich hatte etwas Lachs Sashimi mit Limettensoße, eine Lachsauswahl, Yakitori-Spieße und einige etwas speziellere Maki mit frittiertem Schweinefilet und einer Senfsoße. Die Yakitori-Spieße waren okay, der Rest war, wie gewohnt bei Sushi Factory, sehr gut.

Mein Freund hatte es leider nicht so gut getroffen. Zu ein paar klassische Lachs und Thunfisch Maki-Rollen hatte er sich das irische Ochsenfilet bestellt – 200 Gramm Filet sollten es sein. Uns ist klar, dass es sich bei den Angaben auf Speisekarten üblicherweise um das Rohgewicht des angebotenen Fleisches handelt. Leider hilft einem das nicht mehr viel, wenn etwa 1/3 des Stücks aus Fettrand bestehen.

Es wäre nicht das Thema gewesen, hätte sich der Service in dieser Situation angemessen verhalten. Als mein Freund jedoch enttäuscht auf sein Steak sah (und er bestellt nunmal eben immer Filet, weil er Fettränder und ähnliches nicht ausstehen kann), und den Service dazu befragte, sagte dieser lediglich, er könne in der Küche nachfragen ob es sich wirklich um ein Filet handle. Er kam mit der information wieder, es handle sich um ein Filet. Und dann stand er an unserem Tisch und sagte fast schon genervt und eher widerwillig „Tja, was soll ich machen?“.

Nun muss man wissen, mein Freund ist ein Gutmensch und entschloss sich, den genießbaren Teil seines Essens zu verspeisen und ließ den Rest frustriert liegen. Man kann natürlich sagen, er hätte den Teller zurückgehen lassen können, und ich hätte das an seiner Stelle auch getan. Auf dem Bild kann man ganz gut sehen, wie viel Fettrand an dem “Filet” war. Selbst wenn mal ein Stück am Filet nicht perfekt ist, SO sollte es nicht aussehen.

Fakt ist aber, dass wir erst ganz am Ende, als wir die Rechnung bestellten, noch mit schiefem Mund und widerwillig gefragt wurden: „Kann ich denn noch etwas für Sie tun, wenn ich Sie schon nicht zufriedenstellen kann?“. „Was schlagen SIE uns denn vor?“ „Joa… n Dessert, Kaffee oder nen Schnaps?“.

Sorry, aber wer ein Gericht für 25 Euro versaut und es dann nur mit großer Mühe hinbekommt, am Ende noch etwas retten zu wollen, und dabei (vermutlich jenseits der 40) aussieht wie ein Konfirmand wenn er sein Sprüchlein aufsagt – was will man da noch sagen? Mir war jedenfalls die Lust vollständig vergangen.
Bei einem souveränen und guten Service wäre folgendes passiert: Sofort wäre proaktiv angeboten worden, den Teller wieder in die Küche zu bringen und ein alternatives Gericht zu servieren. Oder: Sofort wäre proaktiv angeboten worden, wenigstens einen Teil des Preises zu reduzieren. Oder: Sofort wäre proaktiv angeboten worden, ein paar Maki nach Wunsch extra zu servieren. Oder: Sofort wäre angeboten worden, ein Dessert kostenfrei zu erhalten. Man merkt schon, proaktiv ist das Wort der Stunde. Denn da mein Essen in Ordnung war, hat mich am meisten gestört, dass der Service unmotiviert, lustlos und in keiner Situation souverän wirkte.

 

Ich würde das Fugu empfehlen, wenn man: Bei Sushi Factory bestellt oder bestellt und abholt (und sich dann an die Elbe setzt, ist im Sommer bestimmt ganz nett) und wenn man sich nur für Sushi entscheidet.

Ich würde das Fugu nicht empfehlen, wenn man auf liebevolle Details und einen guten Service wert legt, oder in Begleitung von Menschen ist, die keinen Fisch essen (wollen).

Dafür, dass mein Essen in Ordnung war, 2 Punkte. Eigentlich aber nur 1 1/2. Meine Bewertung auf Qype (ohne Bilder).

Preisleistung: 78 Euro für zwei Personen – wohlgemerkt, kein Wein oder Prosecco oder Dessert in der Rechnung enthalten. Muss man wissen. Ich fand es aufgrund des Steak-Erlebnisses völlig überteuert. Mein Eindruck ist, dass das Fugu gerne ein besonderes Erlebnis bieten möchte, das Konzept aber nicht vollständig zu Ende gedacht wurde und das Ergebnis daher eher mittelmäßig bis schlecht ist.
Weitere Bilder (leider teils etwas verwackelt, sorry.)

flattr this!

Qype: Glöe in St. Pauli

5. Dezember 2012 von Knitterfee | Keine Kommentare

Glöecklichmacher.


“Alex, schmeckt Dir Dein Kaffee? Hör auf mir auf den Hintern zu starren, wir haben Gäste! Ich bin keine 15 mehr!”.
Fritz, Lütauer, Viva con Agua. Auf Wunsch kann man seinen Latte Macchiato mit Sojamilch oder Biomilch bekommen. Es gibt frischen Pfefferminztee und die Eier und die Butter zum Früstück sind Bio.
Es gibt Läden, über die braucht man kaum mehr sagen, und jeder weiß, ob er sich dort wohlfühlen wird oder nicht. Ich für meinen Teil fühle mich wohl. Mehr als wohl.

Ambiente & Allgemeines:
Im Souterrain gelegen, ist das Glöe eher ein gedämpft belichteter Ort. Die großen Fenster lassen jedoch so viel Licht wie nur irgendwie möglich herein. Der Gastraum ist nicht unterteilt. Kürzlich wurde umgestellt, die Ecke mit den Sofas befindet sich nun rechts neben der Tür.

Das ist sehr gut so, denn der alte Boden ist an der Stelle etwas uneben und an einem Tisch hatte man immer ein sehr kippeliges Erlebnis. Ansonsten mischen sich große und kleine Tische bunt durcheinander. Es läuft immer gute Musik – je nach dem wer gerade arbeitet kann das mal was elektronisches, jazziges oder souliges sein. Mir gefällt es aber immer – ich bin aber auch nicht so wählerisch, solange die Musik nicht zu laut ist. Bestellen kann man am Tisch, bezahlen sollte man lieber an der Bar.

Essen & Service:
Wie ich oben schon sagte, es gibt Läden, über die braucht man kaum etwas sagen, und schon weiß man, wie sie so sind. Ich persönlich habe die Theorie: Je frischer der Pfefferminztee, desto verpeilter der Service. Und desto freundlicher, herzerwärmender und authentischer. Ja, es gibt die Restaurants, in denen ausgebildete Gastronomiemenschen Serviceanspruch versprühen, und auch die haben ihren Charme. Das Glöe ist nicht eins von diesen Restaurants, aber das macht nichts, Charme hat es von ganz allein.
Hier kriegt keiner die Krise, weil er einen Schnaps vergessen hat. Das passiert eben einfach, und jeder weiß es. Fremden, die sich unvorbereitet in Konstrukte wie das Glöe verirren, sieht man die Verwirrtheit sofort an, wenn etwas nicht so läuft wie sie es erwarten.

Es gibt eine feste, gedruckte Karte und eine Tageskarte, die auf eine große Tafel geschrieben wird. Wer noch nicht weiß, was er will, bekommt die Tageskarte einfach zum Tisch geschleppt.

Das Essen ist manchmal bio, und manchmal nicht. Das Frühstück ist super. 25 Euro inklusive Tip für 2 Frühstücke, die neben dem üblichen Brötchen und Aufschnitt Gedöhns auch noch Kaffee, Orangensaft, 2 kleine Obstsalate, ein gekochtes Ei und Lachs mitbrachten. Und tagsüber gibt’s Leitungswasser aus Karaffen aufs Haus.

 

Das Schnitzel schwankt in seiner Qualität, aber generell ist nichts dagegen zu sagen. Es ist eben manchmal Bio, manchmal nicht, manchmal Kalb, manchmal Schwein, manchmal ein bisschen besser als gut, und manchmal eben nur gut. Wer dünne Pommes mag, ist hier richtig. Abends gibt’s für 3,80 Euro einen kleinen, köstlichen Salat zum echten Wiener Schnitzel (15,50 Euro) – das, vermute ich jedenfalls, kommt aber aus der Fritteuse.

Der Mann sagt, die Currywurst ist überbewertet, aber er ist auch ein Currywurstsnob.
Der Ceasar’s Salad mit Hähnchen zum Lunch kostet zwar 10,50 Euro, macht dafür aber auch mehrere Stunden satt. Das Hähnchen ist kein Alibihähnchen, sondern in ausreichender Menge vorhanden, und der Parmesan ist auch in großzügiger Menge vorhanden.
Wer nicht so viel Hunger oder Geld hat, bekommt Mittags auch ein Süppchen für etwa 4,50 Euro, obwohl ich nach meinen Erfahrungen mit den Portionsgrößen im Glöe eher erwarte, dass man einfach einen 5-Liter-Topf bekommt und sich satt essen darf.

Wenn St. Pauli spielt, gibt es Live-TV und der Ton kommt direkt aus dem Stadion (vermute ich). Ausserdem gibt es eine Fußball-Karte.

Fazit:
Herrjeh, geht halt hin. Aber nicht zu oft, sonst bekomme ich keinen Platz mehr.

Knitterfee auf Qype.


flattr this!