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Aber was isst Du denn dann überhaupt noch?

4. April 2013 von Knitterfee | 8 Kommentare

Diese Frage wird mir in letzter Zeit, meist gemischt mit Interesse und Skepsis, gestellt.
Zum Glück bringe ich immer noch ein ausreichendes Kampfgewicht auf die Waage, so dass niemand mir einen baldigen Hungertod unterstellt.

Und auch wenn ich mich nicht mal annähernd vorbildlich durch den LCHF-Dschungel schlage, habe ich beschlossen, diese Frage doch mal zu beantworten – immerhin habe ich mittlerweile 9 Kilo runter (seit Februar).

Generell versuche ich mich natürlich an grundsätzliche Vorgaben zu halten – LCHf unterteilt in “Bitte verzichten”, “nur in Maßen” und “geeignete Lebensmittel”. Wie man schon an den Formulierungen sieht, wird versucht, von “gut” und “böse” wegzukommen, es ist nichts verboten, jeder kann selber entscheiden was er zu sich nimmt. Natürlich immer im Bewusstsein, dass man nicht zum Ziel kommt, wenn man sich mit Zucker vollstopft.Die Frage, was ich nicht mehr esse, ist auch immer recht leicht beantwortet, aber was bleibt denn dann noch übrig?

Nun, zum einen ist es Gewöhnungssache. Man vermisst bestimmte Dinge nach einigen Monaten einfach nicht mehr, daher bin ich mir zum Teil gar nicht mehr so bewusst darüber, was für einen großen Teil ich in meiner Ernährung mittlerweile ausgrenze.

Was also kommt bei mir auf den Teller?

In erster Linie: Fette und Eier. Heute morgen zum Beispiel gab es 3 Bio-Eier als Rührei, in Bio-Kokosöl gebraten, mit Nicht-Bio-Kochschinken. Und einen Espresso mit einem Schuss Sahne. Das reicht mir dann meist bis 16 Uhr, je nach Aktivität. Dann hatte ich vorhin als Snack 2 Bifis, die alles andere als LCHF-konform sind – und eine heiße Schokolade, die auch grenzwertig ist. Natürlich mit 3,8%iger Biomilch und Sahne, selbst angerührt mit Kakao – aber auch mit etwas Xucker (light) und Stevia. Und das sind nunmal Süßstoffe, die insgesamt bei LCHFlern eher verpönt sind.

Ich versuche, möglichst wenig Süßstoffe zu mir zu nehmen, aber manchmal will ich es, und dann nehme ich mir auch die Süße, weil ich beschlossen habe, nicht zu entbehren. Sonst wird das ganze zu einem Konzept, bei dem ich durchhalten muss, und das ist nichts, worauf ich mich für den Rest meines Lebens einlassen könnte.

Heute abend werde ich vermutlich auswärts essen. Da bestelle ich mir dann gerne einen Bacon Cheeseburger ohne Bun, ohne Pommes aber dafür mehr Salat und Blaukäsemayo. Oder Käsespinat, sprich einfacher Blattspinat mit Cheddar überbacken. Um mich nur mit Salat zufrieden zu geben, bin ich meist zu hungrig, und da ich versuche, Mahlzeiten nicht zu stark aufzuteilen, muss es dann schon etwas mehr sein als ein Salat.

Gestern habe ich Fleischspieße gemacht, eher griechisch gewürzt, die Christian dann grillen durfte Wink Dazu selbstgemachtes Tzatziki aus abgetropftem Sahnejoghurt, Knoblauch, Salz, Gurken und Olivenöl, und Salat. ZumFrühstück gab es gestern ebenfalls Rühreier mit Schinken und dazu einen gebackenen Mozzarella, natürlich echter aus Büffelmilch.

Unterwegs essen mache ich nur noch selten, weil ich versuche, möglichst wenige Mahlzeiten zu mir zu nehmen, meinen Insulinspiegel damit möglichst selten hochzupushen. Wenn mich aber doch unterwegs mal der Hunger überkommt, oder, machen wir uns nichts vor, der Appetit, dann greife ich meist zu Bratwurst. Die gibt es zum Glück fast überall, man kann ein bisschen Senf dazugeben und fertig. Oder eine Dönerbox ohne Pommes oder Reis.

Ich esse manchmal Nüsse, aber versuche möglichst wenig davon im Haus zu haben, weil sie doch im Verhältnis immer noch recht viele Kohlenhydrate enthalten.

Wovon ich gerne mehr essen würde und im Prinzip auch könnte: Fisch. Besonders Lachs. Und Avocados. Aber irgendwie finde ich den Bezug zur Avocado nicht. Mir reicht eine halbe pro viertelJahr, dann habe ich schon wieder genug.

Gemüse kommt auch nicht zu kurz: Salat, grüner Spargel und Champignons sind hier meine Favoriten. Zudem Spinat und Blumenkohl, und neuerdings auch mal Topinambur.

Ab und zu esse ich auch mal Obst, meist einen Apfel. Und ich denke, ich werde die Erdbeerzeit nutzen und die eine oder andere Erdbeere verspeisen.

Wahrscheinlich habe ich jetzt nur die Hälfte aller Sachen aufgezählt, die ich so esse – aber mehr fällt mir gerade nicht ein.

Dinge, die ich wirklich vermisse, gibt es kaum. Jetzt wo Dom ist, würde ich gerne Schmalzkuchen essen. Manchmal erschnuppere ich frischen Franzbrötchengeruch und wünsche mir einen Haps davon. Das sind aber Sachen, die ich früher auch nur ausnahmsweise gegessen habe. Kartoffeln sind die Alltags-Kohlenhydrate, die mir am meisten fehlen. In allen Varianten. Am liebsten einfach nur mit Butter und Salz. Und manchmal habe ich Lust auf Eis, daher denke ich über die Anschaffung einer Eismaschine nach, um im Sommer anstatt meiner Schokosahne (Biosahne mit Kakao und etwas Xucker oder Stevia aufgeschlagen) auch einfach mal ein Sahneeis zu machen. Manchmal wünsche ich mir, schnell eine Sushibox mitnehmen zu können wie früher, aber durch den Reis ist das auch keine Option. Und meist brauche ich ja auch keine Snacks mehr, seit ich zum Langzeitverbrenner geworden bin.

Wer sich für die grundsätzlichen Empfehlungen für LCHF-konforme Ernährung interessiert wird hier fündig.

Soviel für heute – und was esst Ihr so?

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Valnötsbullar – Walnussbrötchen (LCHF)

9. März 2013 von Knitterfee | 4 Kommentare

Auf Instagram habe ich mittlerweile einige schwedische Instagrammer abonniert, und immer wieder stolperte ich über “Valnötsbullar” oder “Valnötsbröd”. Für Valnötsbröd entwickelte ich sofort einen Wortfetisch – überhaupt wächst mir die schwedische Sprache mit ihren knubbeligen Worten immer mehr ans Herz.

Walnussbrötchen also – und ich machte mich auf die Suche nach einem Rezept, wurde fündig, und übersetzte es. All credit goes to Allt im LCHF, damit Ihr’s wisst.

Vielleicht werde ich mit der Zeit das Rezept etwas abändern oder für mich “verbessern”, aber die Grundvariante ist praktikabel, schnell gemacht, sehr lecker und spätestens mit Belag nicht mehr von konventionellen Nussbrötchen zu unterscheiden. Das Originalrezept sieht 12 Brötchen vor, ich backe aber gerne große Brötchen Wink und daher wurden es bei mir nur 8 Stück. Die kann man aber problemlos in 3 Scheiben schneiden und belegen.

Sehen sie nicht toll aus? In Love

Und so sehen sie von innen aus.

Hier das Rezept:

Valnötsbrötchen LCHF Valnötsbrötchen LCHF

Zutaten für 8 Stück

Mahlen für den Mehlersatz:
100 g Mandeln
50 g Walnüsse
50g Sesam
1/2 dl (etwa 20g) gemahlene Flohsamenschalen
1 1/2 TL Salz
2 Teelöffel Backpulver

Ganz lassen für die Knackigkeit
50 g Sonnenblumenkerne
50g Kürbiskerne
25g Sesam
25 g ganze Leinsamen

Und:
250 g Quark 10%
6 Eier

Zubereitung:

Mandeln, Walnüsse und Sesam zu einem Mehl verarbeiten. Mix mit anderen trockenen Zutaten (Sonneblumenkernen, Kürbiskernen, Backpulver, Salz, Flohsamenschalen) in eine Schüssel geben.
In einer separaten Schüssel Eier aufschlagen und mit dem Quark  vermischen.

Alles vermischen und den Teig 10 Minuten quellen lassen.

Den Backofen auf 175 Grad Umluft vorheizen.

Aus dem Teig 8 Brötchen formen und etwa 25 Minuten backen.

Auf einem Rost auskühlen lassen.

Weitere eventuell relevante Infos: Ich mahle die Nüsse und Kerne mit meiner kleinen Moulinette. Flohsamenschalen gibt es in der Apotheke oder bei Amazon.

Die Nährwerte für ein Brötchen, wenn man 8 Brötchen aus der Gesamtmenge macht. Die gesamten Nährwerte könnt Ihr in meiner fddb-Liste nachschlagen.

Der Skaldeman-Index beträgt 1,16.

Daher überlege ich auch, mal “nicht-Walnuss” Brötchen zu machen, da Walnüsse doch recht viele Kohlenhydrate enthalten. Wenn man auf Mandeln umsteigt, könnte man bestimmt auch einen Skaldeman von 1,2 schaffen.

Bisher hat ausser mir nur Christian die Brötchen probiert und fand sie gut. Auf Feedback von meiner Mama warte ich noch. Sagt mir, wenn Ihr die Brötchen nachbackt und wie sie Euch gefallen! <3

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[LCHF Rezept] Pilzpfanne mit Bratklösschen und Spinat

8. Februar 2013 von Knitterfee | 3 Kommentare

Abgewandelt von einem Jamie Oliver-Rezept – eins meiner Lieblingsessen.

Denn: Es geht schnell, es ist nicht allzu teuer und man muss nicht viel würzen, weil die Bratwurst schon einiges an Würze mitbringt.

Zutaten Zutaten
  • 200 Gramm Champignons (ich kaufe braune Bio-Champignons)
  • 200 Gramm Babyspinat, gewaschen und ggf. geputzt
  • 2 ungebrühte Bratwürste, fein
  • Ein Schuss Wasser zum ablöschen
  • 30-50 Gramm Parmesan, gerieben
  • Öl / Butter nach Geschmack und Hunger
  • Frisch geriebener Pfeffer

Wenn alle Zutaten soweit nötig vorbereitet sind, Öl in der Pfanne erhitzen – aber nicht auf höchster Stufe. Unser Herd hat 10 Stufen, und 7-8 ist genau richtig. Dann aus den Bratwürsten kleine Portionen direkt in die Pfanne drücken. Wer das noch nie gemacht hat, sollte ggf. die ersten zum üben auf einen Teller oder Backpapier platzieren. So entstehen die kleinen Klößchen, die dann rundherum angebraten werden. In der Zwischenzeit die Champignons vierteln und mit in die Pfanne geben. Je nach Wunsch und Hunger noch Butter oder Öl dazugeben – die Champignons mögen auch gern noch ein bisschen Fett haben.

Alles gut zusammen weiterbraten, bis die Champignons gar sind. Dann die Petersilienblätter dazugeben, etwas mitgaren lassen (nur 1 oder 2 Minuten sollten reichen). Ggf. mit etwas Wasser ablöschen.

Den Spinat dazugeben (das ist erstmal sehr viel, daher mache ich es in zwei Schritten, erst die eine Hälfte des Spinats, wenn die etwas zusammengefallen ist dann die zweite Hälfte).

Den Parmesan dazugeben und zügig unterrühren. Er gibt dem ganzen etwas Bindung, da Champignons und Spinat doch recht viel Wasser abgeben.

Auf einem Teller mit frischem Pfeffer anrichten.

Hinweis: Dieses Rezept stammt wie bereits oben erwähnt in einer ursprünglichen Version von Jamie Oliver. Dort gibt es natürlich Pappardelle dazu, ausserdem keinen Spinat sondern gemischte Kräuter.

Wer Kohlenhydrate isst, kann sich also gut eine Portion Bandudeln machen und sollte vielleicht nicht so üppig mit dem Fett umgehen, da Bratwurst an sich ja auch schon recht viel Fett hat. Allerdings finde ich das Gericht auch ohne Nudeln sehr sehr lecker und man erspart sich das Nudeln kochen Wink

Ich würde auch behaupten, dass wir es hier mit einem LCHF-konformen Essen zu tun haben, wer das anders sieht, darf mir gerne helfen und mich berichtigen.

N Gudn!

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Zum Nachtisch: Butter.

1. Februar 2013 von Knitterfee | 12 Kommentare

Ich mache gerne Pläne. Noch lieber mache ich Pläne und werfe sie dann über den Haufen, und dann mache ich alles anders. Vor nicht ganz drei Wochen beschloss ich, den Zuckerteufel zu töten. Nach dem Nikotinteufel, den ich bereits vor gut zwei Jahren erledigt habe, war es nun Zeit, das riesengroße Monster in meinem Kopf zu besiegen.

Genau weiß ich nicht, wie es dann passierte, dass ich beschloss, Kohlenhydrate so weit wie nur irgendwie möglich komplett von meinem Speisenichtplan zu streichen. Vielleicht waren es die Magenkrämpfe und der kalte Schweiß nach der Portion Nudeln, die ich nach einer stark KH-reduzierten Woche gegessen hatte. Vielleicht aber auch die Erkenntnisse, dass ich nicht alleine bin, dass man mit Fett und ein bisschen 70%iger Schokolade den Zuckerteufel plattmachen kann wie eine Flunder, und, dass ich nicht_mehr_hungrig bin.

Für jemanden, der nicht weiß wie es ist, ständig hungrig zu sein und eine Insulin-Achterbahnfahrt nach der anderen zu machen, ist das nicht nachvollziehbar. Wer auch nur ansatzweise weiß wovon ich spreche, kann die tränenreiche Rührseligkeit verstehen, die mich ereilte als ich vor ein paar Tagen feststellte, dass ich den ganzen Tag noch keinen Hunger gehabt hatte. Und besonders Christian, der durchaus auch mal die totale Verzweiflung zu spüren bekam, wenn in der Vergangenheit mein Blutzucker in den Keller rauschte, und ich einfach nur HUNGER hatte und nur noch Saft oder andere Kohlenhydrate helfen konnte, wenn mir schwindelig und zittrig wurde, und ich mir nicht mal ansatzweise im Klaren war, was ich mir damit angetan habe – ein einziges hoch und runter, kein Wunder dass einem davon kotzübel wird.

Und eigentlich wollte ich gar nicht so viel darüber schreiben, sondern nur ein paar Fotos von Essen zeigen, dass ich so zu mir nehme. Von Kartoffeln bekomme ich übrigens (bisher) kein Bauchweh und kalten Schweiß, daher gibt es einmal die Woche Pommes, und zwar die (meiner Meinung nach) besten der Stadt, im Irish Pub.

Essensfotos, zum Teil leider auch köstliches aber sehr hässlich aussehendes Futter – aber ich bin ja nicht oberflächlich.

Champignons und Bratwurstklösschen mit Kräutern, Parmesan und Spinat.

Kalbsbraten mit hässlicher (leckerer) Soße und grünem Spargel (aus dem Ofen, gebacken.)

Salat mit geschmolzenem Ziegenkäse

Saltimbocca (mit Schinken und Salbei. OMG. SO LECKER!)

Zucchini und Champignons in Creme Fraiche-Sahne-Soße.

Spieße vom Asia Imbiss – wohl etwas in Mehl gewendet, aber mhmpf.

Lachs in Schinken mit Spinat, ein paar Linsen und Joghurt. Linsen haben zwar schon gut Kohlenhydrate, aber auch einen verhältnismässig hohen Eiweißanteil, daher finde ich sie ab und zu okay. Meinetwegen hätten wir sie aber auch weglassen können.

Mein erstes Heinrich-Knäcke. Knusper-Knusper Schmäuschen.

Heinrich mit Salami und Mortadella. Warum ist eigentlich in JEDER Wurst Zucker drin?

Zum Frühstück gibt’s meist unspektakuläre Eier oder mal nen Joghurt mit Apfel. Manchmal auch gar nichts, wenn ich noch satt bin esse ich erst mittags wieder.

Zwischendrin wenn mir nach snacken ist, esse ich gerne ne Möhre, Paprika mit Frischkäse bestrichen, Käsewürfel oder ne Scheibe Wurst oder Schinken. Wenn man die scheinbare Notwendigkeit einer Scheibe Brot aus seinem Kopf verbannt hat, geht das super.

Und ich mag Schokolade essen ab und an. Die 70%ige von Lindt. Und heute hab ich mir bei Mutterland noch drei weitere zum testen gekauft:

Und ne Tasse. Für meinen Tee.

[Jetzt stellt Euch einfach vor, dass 5 Stunden vergangen sind, denn ich war weg, nachdem ich das oben geschrieben habe Grin ]

Soeben bin ich übrigens aus dem Kino wiedergekommen. Wir haben Django Unchained gesehen, ein absolut großartiger Film, wer ihn noch nicht gesehen hat und Blutbäder erträgt (oder so wie ich, sogar genießt Wink ), sollte ihn sich unbedingt ansehen. Niemand lässt so schön Blut spritzen und Blut auf weiße Dinge spritzen wie Tarantino.

Jetzt esse ich ein paar Kirschtomaten und Käsewürfel, trinke einen Liter Wasser und freue mich des Lebens.

Nachtrag, weil ich nicht möchte, dass mein Geschreibsel ggf. in den Kommentaren verloren geht und ich denke, dass es auch zur Vervollständigung meiner Einleitung beiträgt.

Finjas Fragen: vor einiger Zeit habe ich schonmal mit Low Carb Ernährung einige Pfunde puzlen lassen und war eigentlich auch ganz begeistert, doch dann wurde ich “rückfällig”. Jetzt würde ich das Ganze gerne wieder ausprobieren, weil ich sehr unzufrieden mit meinem Gewicht bin und nicht noch weiter in die “ungesunde Zone” abrutschen möchte. Allerdings kann ich mich irgendwie nicht so richtig motivieren, weil zum einen bei uns viel mit Kartoffeln und Nudeln gekocht wird und zum anderen immer irgendwo Süßigkeite rumschwirren Frown Das macht es natürlich nicht gerade einfach… ich habe an sich kein Problem, für mich selber zu kochen, aber mir fehlt einfach irgendwie die Motivation. Bisher habe ich auch nur abends auf KH verzichtet, irgendwie traue ich mir den Sprung zu No Carb nicht zu.
Also meine Fragen:
Wiekonntest du dich “überwinden”, nahezu komplett Kohlenhydrate zu verzichten?
Wie motivierst du dich, die Sache weiter durchzuziehen?
Machst du zusätzlich Sport und setzt du dir abends ein zeitliches Limit zum essen?
Und als letztes: was hältst du von Eiweißbrot, wenn man nicht auf Brot verzichten kann/ will?
Hoffe, du hast Lust, mir ein paar Tipps zu geben?

Erstmal kann ich gut verstehen, dass Du rückfällig geworden bist. Für mich ist meine Gewöhnung an Kohlenhydrate, insbesondere Zucker, sehr stark zu vergleichen mit dem rauchen.
Ich habe vor zwei Jahren aufgehört, und die Erfahrung, die ich gemacht habe, war dass es mindestens ein Jahr dauert, bis man wirklich über den Berg ist. Ein Jahr ohne, all die Anlässe, zu denen man raucht, sei es der Weg zum Bus, sei es der Geburtstag, andere Feiertage, jede einzelne Mittagspause. Ein bisschen so scheint es mir mit LCHF auch zu sein. Der erste Kinobesuch ohne Popcorn, der erste Geburtstag ohne Kuchen, der Umgang mit Alkohol beim Weggehen, jeder einzelne Löffel Zucker im Kaffee, den man nicht zu sich nimmt.

Für mich liegt das Geheimnis der “Überwindung” darin, dass ich mir nichts verbiete. Es gibt keine Tabus. Wenn ich jetzt wollte, könnte ich in die Küche gehen, mir ein Eis aus dem Gefrierschrank holen, ein Kilo Zucker draufschütten und es essen. Es gibt niemanden auf der Welt, der mir das verbieten kann – und ich halte es für mich persönlich für fatal, Essen religiös zu sehen und in gute und böse einzuteilen.
Aber ich weiß nunmal jetzt, was Zucker mir antut, und das nur, weil mein Körper mir ja mit der Fetteinlagerung was gutes tun will. Zucker ist nicht böse – ich brauche ihn nur einfach nicht.
Wenn man das Tag für Tag im wahrsten Sinne des Wortes am eigenen Leib erfährt, braucht man eigentlich keine Überwindung mehr. Klar, manchmal sind Körper und Kopf noch nicht ganz dort angekommen, aber man kann nicht erwarten, dass man seinen Körper Jahrzehnte lang mit Zucker und Kohlenhydraten zumüllt und dann erwartet, dass innerhalb kürzester Zeit wieder alles normal wird. Das wird es vermutlich nie wieder so richtig.
Zu dem Thema kannst Du auch mal bei Sudda vorbeischauen, die hab ich mir (das weiß sie aber noch nicht Wink ) als eine Art passive Patin (Guru? ;D) für LCHF ausgesucht.

http://suddas.blogspot.de/

Ich finde das Konzept, nur abends die KH-frei zu essen, etwas unglücklich. Für mich würde das nicht funktionieren, allein schon wegen der Insulin-Achterbahn am Tag. Um von den positiven Auswirkungen von LCHF zu profitieren, muss man wirklich die Angst vor dem Fett verlieren, und das geht nur, wenn man Fett als primäre Energiequelle voll und ganz akzeptiert.
Und ich glaube nicht, dass es gut ist, wenn man tagsüber Kohlenhydrate isst und abends dann noch die großen Mengen Fett, damit man nicht hungrig ins Bett muss. Das gleiche gilt imho für das Eiweißbrot-Gedöhns.
Ich habe mir mal das erste Brot im ersten Shop gesucht, den ich gefunden habe, und die Inhaltsstoffe angesehen.

Muss man das wirklich haben? Ich weiß es nicht. Ich nicht. Bei Sudda findet man in den Rezepten Heinrich-Knäcke und Oopsies, beides eine Art Brotersatz. Es geht bei LCHF darum, sich damit zu beschäftigen, was man isst, möglichst naturbelassen zu essen, und nicht noch kuriosere Erfindungen der Nahrungsmittel-Industrie wie Lowcarb-Brot und Schokoriegel zu unterstützen. Abends habe ich keinerlei Zeitbegrenzung, was ich gerne esse. Das war mein Mitternachtssnack letzte Nacht, nur mal schnell aus meinem Instagram-Account:


Sehr leckere Hähnchenbruststückchen in gewürztem Sesam gewendet, in Kokosöl ausgebacken, mit einem Dip aus Kokoscreme und Erdnussmus. Salz, Koriander und ein Löffel Currypaste dazu, fertig.

Sport mache ich im Rahmen meiner Möglichkeiten, aber eher Alltagssport im Sinne von “den unbequemeren Weg wählen”. Sprich, Strecken von bis 3 km, die ich bisher mit dem Rad gefahren bin, gehe ich jetzt zu Fuß um auch auf meinen eigenen Füßen sicherer zu sein, Strecken die ich bisher mit Bus, Bahn oder Taxi zurückgelegt habe, mache ich mit dem Rad, sofern es nicht regnet, schneit oder stürmt Wink

Ansonsten habe ich mich noch nicht dazu durchringen können, mehr zu machen – ich würde gerne langfristig wieder schwimmen gehen, könnte mir auch Zumba vorstellen wenn ich jemanden finde, der Lust hat das mit mir gemeinsam zu machen, oder wieder mal Inlineskates anzuschnallen. Für letzteres muss aber erst noch einiges an Gewicht runter, sonst macht mein Körper die Belastung leider nicht mit. Tanzen gehen würde ich auch gerne mal wieder.

Zum Thema Motivation: Ich will zu meinem 31. Geburtstag in eine bestimmte Klamotte passen (kurzfristige Motivation). Langfristig:  Ich will leichtfüßig durch die Gegend laufen können. Ich will mal zu ner Ü18-Party zu einem Indoorspielplatz. Mit Bällebad. Ich will auf dem Trampolin springen können, ich will einen gewissen Spaß an Wettbewerb haben und mich mit meinen Freunden im klettern, springen und laufen messen. Ich will rennen können, um den Bus noch zu kriegen. Ich will keinen Hunger mehr haben, sondern glücklich sein. Ich will, dass mir immer warm ist, und dass ich nicht mehr ständig kalte Füße habe. Ich will kein Diabetes bekommen. Ich will älter als 60 werden. Ich will auf Konzerte gehen und vor Freude in die Luft springen. Ich will in einen Neoprenanzug passen, um an der irischen Westküste mit Delphinen zu schwimmen. Ich will einen Elefantenführerschein machen und mit Elefanten 14 Tage durch die Gegend reiten. Ich will vielleicht sogar mal Fallschirm springen.

Und was mir zudem noch hilft, sind Ketostix, die Aria-Waage, meine Runkeeper-App und ab nächster Woche auch mein Fitbit. Es ist so viel einfacher, Zahlen oder sich verfärbende Felder abzulesen. Wenn ich auf den Ketostix sehe, dass sie sich pink bis lila verfärben, gibt es keinen Grund, Kohlenhydrate zu essen, denn dann bin ich da, wo ich sein will. Zum Thema Ketose schreibe ich jetzt aber nichts, das sollte sich jeder selbst erschließen. Die Waage misst auch Körperfett, wenn auch nicht so genau wie mit klinischen Messmethoden. Manchmal sieht man aber einfach, wie deutlich das Körperfett runtergeht, während sich am Gewicht nicht so viel tut. Und das/der Fitbit misst, wie aktiv man ist, ohne dass man ständig die App laufen haben muss. Manchmal, wenn ich Lust habe, schreibe ich auch noch in meinem FDDB-Account auf, was ich so gegessen habe, um zu sehen wieviele Kohlenhydrate sich wieder versteckt haben Wink

Man sollte bei allem, was ich geschrieben habe, nicht vergessen, dass ich gerade mal 3 Wochen aktiv dabei bin, und auch wenn ich in meinem Freundeskreis doch so einige Menschen habe, die mir schon vorher den Weg geebnet haben, sei es über ihre Erfahrungen mit LCHF oder Paleo, bin ich ein Anfänger und kein Berater. Letzten Endes muss jeder seinen Weg finden, nicht meinen. Heart

Die Links sind übrigens wie immer ggf. Affiliate-Links, da ich mich dringend an meinen 12 1/2 Lesern bereichern möchte Wink

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