The Geek shall inherit the earth.

Liebe macht blind

16. Mai 2014 von Knitterfee | Keine Kommentare

oder: wie ich einen Liter zuckerhaltige Limonade trank.

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Ich steh ein bisschen neben mir. Und das ist eine Zwischenmeldung zum Thema Mai Challenge.
Ja, ich bin ziemlich hart verliebt. Ekelhaft. Ich glaub, wenn ich mir das von außen ansehen müsste, hätte ich großen Brechreiz. Aber muss ich ja zum Glück nicht, also genieße ich, und liebe und lebe und geh zum Zahnarzt.

Was das jetzt damit zu tun hat? Nicht so viel. Zum Zahnarzt gehen ist eben eine der Sachen, die ich in meinem Leben so regelmäßig mache. Weil ich echt schlechte Zähne hab. Voll blöd.
Nun hatte ich seit einigen Monaten eine Entzündung an der Wurzel eines bereits vor Jahren wurzelbehandelten Zahns, der auch noch mit einer alten Verblendkrone (wer nicht Zahnersatz spricht: Metall-Legierung mit Keramiküberzug im sichtbaren Bereich, quasi das Kassengestell unter den Kronen) überkront war.
Das ist insofern relevant, weil man durch existierende Vollkeramik-Kronen einfach durchbohren kann, als wäre es ein normaler Zahn. Nix da aber bei Verblend-Metall-Kack-Gedöns. Da muss die Krone runter. Und wenn die dann noch mit einer weiteren Krone verbunden ist… Lasst es mich so sagen, die liebe Wurzelbehandlungs-Spezialistin in der Praxis meines eigentlichen Zahnarztes hat etwa 1 1/2 Stunden gebraucht, bis das Ding endlich runter war, und dabei vier oder fünf Bohrer verschlissen.
Dann noch kurz in den Zahn rein, einmal ausspülen den ganzen Wurzelmist, zumachen, Provisorium drauf, fertig.
Denkste. Das war Montag. Montag war noch alles okay. Dienstag fing die Entzündung in meinem Kiefer richtig an zu wüten, so dass ich in der Nacht auf Mittwoch mal wieder nicht schlief. Also Mittwoch wieder ab in die Praxis, wieder aufmachen, normalerweise ist ja so ne Wurzelbehandlung für mich ein Spaziergang, in diesem Fall war’s sehr sehr aua!
Nach 2 Stunden wurde ich dann wieder nach Hause geschickt.
Der Schmerz war soweit weg, alles super – aber leider bekam ich eine dicke Backe. Orrr. Also rief ich Donnerstag im Laufe des vormittags mal in der Praxis an und fragte, ob das normal sei… und gewann mit dieser Preisfrage ein Antibiotikum. Yay.
Momentan ist der Zahn, Kiefer, die Wurzel, alles soweit ruhig, die Schwellung geht zurück und Schmerzen lassen sich auch gut behandeln.
Was das jetzt mit der Limonade zu tun hat?
In meiner geistigen Umnachtung, Verliebtheit, Narkoseresten… wer weiß schon genau was in meinem Kopf los war, oder auch eher nicht los war, kaufte ich bei Aldi Mezzo Mix, die Eigenmarke, weil es die dort auch als Zero-Variante gibt.
Irgendwann am nächsten Tag merkte ich jedoch, dass ich zuckerhaltige Limo gekauft hatte. Einen ganzen LITER! habe ich davon aus Versehen getrunken. Das entspricht etwa 100 Gramm Zucker. Ich wollte weinen und schämte mich ein bisschen, dabei war das ja gar keine Absicht. Aber gerade wenn ich doch ne Mai Challenge laufen hab, kann ich das doch nicht bringen!
Ich hab also ganz schnell den Rest weggekippt und mich noch ein bisschen geärgert.
Heute hatte ich mal einen schönen Tag ohne Zahnarzt-Besuch und Schmerzen, und habe mir meine Zeit geschenkt, mal wieder Essen zu machen. Weil ich in letzter Zeit jedoch häufiger mal merke, dass ich Hunger habe, etwa 20 Minuten bevor ich das Haus verlassen muss, habe ich beschlossen, wieder auf gemischte Platten umzusteigen.
Habe heute also Hähnchenstücke gebraten und Hackbällchen hergestellt, Lachssalat gemacht (neuerdings lieber mit Gurke anstatt Erbsen), und ein halbes Kilo Champignons mit Knoblauch und ein paar getrockneten Tomaten in eine leckere Antipasti-Sauerei verwandelt. Dazu wohnen jetzt noch wieder ein paar leckere Käsesorten, Katenschinken und französische Salami im Kühlschrank. Und Eier, Spinat und Schafskäse warten noch darauf, in den nächsten Tagen zu einer Tortilla verarbeitet zu werden.
Am Sonntag wartet jedoch mein Ausnahme-Tag auf mich. Der einzige, den ich mir für diesen Monat vorgenommen habe, und vermutlich auch der einzige, den ich “brauchen” werde.
Gewogen hab ich mich in den letzten Tagen nicht, Kleidung sagt aber eher “läuft nich so gut”.

Wartenwamaab.

Achja: Einige von Euch wollten sich ja der Mai-Challenge anschließen, wie sieht’s denn bei Euch so aus?

 

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Qype: Fugu

4. Januar 2013 von Knitterfee | Keine Kommentare

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Ich habe lange versucht, meine Erfahrung im Fugu in meine übliche Form für Rezensionen zu bringen, nach dem dritten Anlauf jedoch werfe ich nun das Handtuch und schreibe meinen Bericht so herunter, wie mir die einzelnen Punkte auffielen.

Das Fugu ist loungig und spielt Smooth Jazz. Ein Internetstream. Regelmäßig wird man mit Werbeunterbrechungen gestört, die darauf hinweisen, dass man den Stream auch werbefrei und in besserer Qualität beziehen kann.
Beide Toilettenbrillen auf der Damentoilette hatten Flecken – und zwar keine Wasserflecken. Offensichtlich wird dort nicht wenigstens alle paar Stunden mal drübergewischt. Oberflächlich macht alles sonst einen sauberen Eindruck, aber wenn ich erstmal selber die Brille wischen muss…
An allen Ecken und Enden sah ich halbtote Pflanzen (vertrockneter Glücksklee und Schnittblumen). Auch nicht so richtig schön.
Die Bestellung läuft über ein Tablet. Ausser uns waren noch zwei weitere Tische belegt, die restlichen waren frei. Es wäre wohl also auch möglich gewesen, uns ein zweites Tablet (Samsung) zu geben, dann wären wir auch mit der Bestellung etwas schneller gewesen.
Die Software auf den Tablets bedient sich eher schlecht, unübersichtlich und ruckelig. Wenn ich zu Hause Sushi bestelle, tu ich das auch am liebsten am Rechner und nicht mit meinem iPad. Es gibt keinen „Service rufen“ Button. Ebenso gibt es keine Möglichkeit, die Bestellung auf verschiedene Personen aufzuteilen. Aus der Küche kommt alles so, wie es eben kommt. Auch ist im Bestellsystem nicht vermerkt, wenn etwas nicht mehr erhältlich ist.
So wurde uns, nachdem wir dann mühsam unser Menü gebastelt hatten, dass weder Wagyu noch Entenbrust verfügbar seien – mit der Anmerkung, die Lieferanten würden sie irgendwie in der Luft hängen lassen.

Überhaupt, der Service war skurril. Keine Kommunikation beim Bestellprozess dank der Tablets, dafür aber großes Rätselraten beim bringen des Essens, wer jetzt was bekommt. So landeten manche Maki auf dem Teller meines Freundes – mir egal, ich picke sie mir auch bei ihm runter, aber bei einem Geschäftsessen ist sowas ja eher unüblich. Ich glaube, wir hatten insgesamt 8 verschiedene Teller auf dem Tisch. Was mich besonders wundert: auf der Online-Bestellseite von Sushi Factory ist es möglich, beliebig viele Boxen zusammenzustellen. Warum war es nicht möglich, dies auch bei der Software, die auf den Tablets installiert ist, umzusetzen?

Für mich bedeutet GUTER Service, insbesondere in der Preisklasse des Fugu, dass sich offenbar wünscht bei den Großen mitzuspielen (ausliegende Golfklubmagazine…), dass sich jemand um mich kümmert, mich fragt was ich trinken möchte, mir einen Aperetif vorschlägt, sich merkt, was ich bestellt habe und was mein Freund bestellt hat, und nicht fragen muss, wer was bekommt.

Zur Qualität des Essens kann ich nur sagen, dass ich mit meiner Auswahl zufrieden war. Ich hatte etwas Lachs Sashimi mit Limettensoße, eine Lachsauswahl, Yakitori-Spieße und einige etwas speziellere Maki mit frittiertem Schweinefilet und einer Senfsoße. Die Yakitori-Spieße waren okay, der Rest war, wie gewohnt bei Sushi Factory, sehr gut.

Mein Freund hatte es leider nicht so gut getroffen. Zu ein paar klassische Lachs und Thunfisch Maki-Rollen hatte er sich das irische Ochsenfilet bestellt – 200 Gramm Filet sollten es sein. Uns ist klar, dass es sich bei den Angaben auf Speisekarten üblicherweise um das Rohgewicht des angebotenen Fleisches handelt. Leider hilft einem das nicht mehr viel, wenn etwa 1/3 des Stücks aus Fettrand bestehen.

Es wäre nicht das Thema gewesen, hätte sich der Service in dieser Situation angemessen verhalten. Als mein Freund jedoch enttäuscht auf sein Steak sah (und er bestellt nunmal eben immer Filet, weil er Fettränder und ähnliches nicht ausstehen kann), und den Service dazu befragte, sagte dieser lediglich, er könne in der Küche nachfragen ob es sich wirklich um ein Filet handle. Er kam mit der information wieder, es handle sich um ein Filet. Und dann stand er an unserem Tisch und sagte fast schon genervt und eher widerwillig „Tja, was soll ich machen?“.

Nun muss man wissen, mein Freund ist ein Gutmensch und entschloss sich, den genießbaren Teil seines Essens zu verspeisen und ließ den Rest frustriert liegen. Man kann natürlich sagen, er hätte den Teller zurückgehen lassen können, und ich hätte das an seiner Stelle auch getan. Auf dem Bild kann man ganz gut sehen, wie viel Fettrand an dem “Filet” war. Selbst wenn mal ein Stück am Filet nicht perfekt ist, SO sollte es nicht aussehen.

Fakt ist aber, dass wir erst ganz am Ende, als wir die Rechnung bestellten, noch mit schiefem Mund und widerwillig gefragt wurden: „Kann ich denn noch etwas für Sie tun, wenn ich Sie schon nicht zufriedenstellen kann?“. „Was schlagen SIE uns denn vor?“ „Joa… n Dessert, Kaffee oder nen Schnaps?“.

Sorry, aber wer ein Gericht für 25 Euro versaut und es dann nur mit großer Mühe hinbekommt, am Ende noch etwas retten zu wollen, und dabei (vermutlich jenseits der 40) aussieht wie ein Konfirmand wenn er sein Sprüchlein aufsagt – was will man da noch sagen? Mir war jedenfalls die Lust vollständig vergangen.
Bei einem souveränen und guten Service wäre folgendes passiert: Sofort wäre proaktiv angeboten worden, den Teller wieder in die Küche zu bringen und ein alternatives Gericht zu servieren. Oder: Sofort wäre proaktiv angeboten worden, wenigstens einen Teil des Preises zu reduzieren. Oder: Sofort wäre proaktiv angeboten worden, ein paar Maki nach Wunsch extra zu servieren. Oder: Sofort wäre angeboten worden, ein Dessert kostenfrei zu erhalten. Man merkt schon, proaktiv ist das Wort der Stunde. Denn da mein Essen in Ordnung war, hat mich am meisten gestört, dass der Service unmotiviert, lustlos und in keiner Situation souverän wirkte.

 

Ich würde das Fugu empfehlen, wenn man: Bei Sushi Factory bestellt oder bestellt und abholt (und sich dann an die Elbe setzt, ist im Sommer bestimmt ganz nett) und wenn man sich nur für Sushi entscheidet.

Ich würde das Fugu nicht empfehlen, wenn man auf liebevolle Details und einen guten Service wert legt, oder in Begleitung von Menschen ist, die keinen Fisch essen (wollen).

Dafür, dass mein Essen in Ordnung war, 2 Punkte. Eigentlich aber nur 1 1/2. Meine Bewertung auf Qype (ohne Bilder).

Preisleistung: 78 Euro für zwei Personen – wohlgemerkt, kein Wein oder Prosecco oder Dessert in der Rechnung enthalten. Muss man wissen. Ich fand es aufgrund des Steak-Erlebnisses völlig überteuert. Mein Eindruck ist, dass das Fugu gerne ein besonderes Erlebnis bieten möchte, das Konzept aber nicht vollständig zu Ende gedacht wurde und das Ergebnis daher eher mittelmäßig bis schlecht ist.
Weitere Bilder (leider teils etwas verwackelt, sorry.)

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Kochhaus Woche 2 – kurz und schmerzlos

18. November 2012 von Knitterfee | 1 Kommentar

Ich muss zugeben, ich hasse es nach Rezept zu kochen, aber ich war gewillt, mich artig an alles zu halten. Ich muss zugeben, ich gab auf.
Kochhaus ist ein großartiges Konzept, ähnlich wie andere Kochboxen und Kochtüten auch. Kommen wir zum großen ABER.

Die Rezepte sind chaotisch geschrieben. Und weiß auf schwarz gedruckt. Ich bin mir relativ sicher, dass der Mediengestalterkollege, der die Flyer bauen muss, gesagt hat, dass das schwierig ist mit der Lesbarkeit. Und irgendjemand gesagt hat: Wir wollen das aber so, das sieht schicker aus.

Es war durchwachsen diese Woche, und ich muss zugeben, nicht immer war das Rezept schuld. Aber dazu komme ich später.

Montag, Lieferung der Tüte, Feststellung dass das Rezept für das Schweinefilet fehlte. Per Mail nachgehakt, wurde auch zügig nachgeliefert, aber da hatte ich dann schon was anderes gekocht.

Und zwar: Teriyaki-Hühnchen mit Shiitakepilzen, Ananas und schwarzem Sesam

Das war das beste Gericht diese Woche – mein Tauschgericht. Ursprünglich wäre irgendein Gericht mit Fenchel dabei gewesen, und das ist nun nicht so mein Ding.
Leider war das Rezept so chaotisch, dass der Reis etwa 10 Minuten vor dem Rest des Essens fertig war. Ich weise jede Schuld von mir!

Der große Fail der Woche war das Schweinefilet in Malzbiersoße mit Laugenknödeln und Pak Choi

Erst fehlte das Rezept, dann fand ich im Pak Choi etwas vor, das aussah als wäre im Feld eine größere Menge Schlümpfe geschlachtet worden:

Dann failten die Knödel:

Und ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe… Und dann stand im Rezept, dass man den Kümmel zum Malzbier geben sollte. Also gabe ich all den Kümmel zum Malzbier. Ich bin kein Fan von Kümmel, aber ich hab auch kein Problem damit. Und ich war fest entschlossen, alles nach Rezept zu machen! Aber es war einfach zu viel Kümmel, und die Körner störten auch irgendwie beim essen. Zudem war die Soße, obwohl ich sie länger als angegeben habe einkochen lassen und auch sonst alles nach Rezept gemacht habe, viel zu flüssig.

Zum Glück hatte ich dann doch noch einen Ausreisser, und gab die eher schmalen Schweinefilets kürzer als angegeben in den Ofen. Der Knödel auf dem Bild ist der einzige, der so halbwegs knödelig wurde, aber er schmeckte leider nicht. Etwas gutes habe ich mitgenommen: Schweinefilet und Malzbier: Super Kombi. Nur halt mit weniger Kümmel.

Mittwoch gab es dann Steinpilz-Risotto mit getrockneten Berberitzen und karamellisierten Zwiebeln

zumindest in der Theorie. Die Berberitzen wurden von Krawall und Remmidemmi vom Küchentisch geklaut, die Tüte zerlegt, und die Berberitzen über den gesamten Teppich verteilt.
Und nur Risotto fand ich irgendwie doof. Also hab ich mir Zucchini und Rinderfilet dazu gemacht. Zum Risotto gehörte eigentlich auch eine größere Menge Estragon. Nach dem Kümmel-Debakel vom Dienstag war ich jedoch skeptisch, insbesondere weil ich keinerlei Erfahrung mit Estragon habe. Ich entschied mich, erstmal nur 1/3 der Menge zum Risotto zu geben und war heilfroh, denn das wäre sonst wieder eine Katastrophe geworden. Zudem war die Zubereitung des Risotto im Rezept doch stark vereinfacht beschrieben – man sollte einfach die gesamte Brühe zum Reis geben und einkochen lassen – sorry, aber das habe ich bei Jamie anders gelernt und ich ja, ich vertraue ihm mehr als einem anderen Rezept. Dank Jamie kann ich Risotto auf Autopilot kochen, jawoh!

So sah das Ganze dann am Ende aus. Gebratene Zucchini, Rinderfilet und Steinpilzrisotto. Achja, eine karamellisierte Rotweinreduktion hab ich auch noch schnell dazu gemacht. Arrhh die war lecker.

Fazit: Kochhaus hat mit den Kochhäusern ein gutes Konzept. Die Rezepte sind aber nichts für Anfänger und auch nichts für Menschen, die gerne mal Ihr Ding machen. Und ich würde gerne den Tipp geben, in die Tüten, die ja am Montag geliefert werden, nicht unbedingt Rezepte zu packen, bei denen man erst einmal eine halbe Stunde steht und Knödel macht, bevor man richtig mit dem kochen anfangen kann.

Nächste Woche gibt’s wieder Kochzauber und ich muss versuchen, meine Gemüseportionen anderweitig zu bekommen, denn das haben alle diese Konzepte gemein: Sie werben mit großen Mengen an frischem Gemüse, tatsächlich sind die meisten Rezepte aber nicht so, wie es die Bilder vermitteln möchten.

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Besuch von der Berberitzen-Gang

18. November 2012 von Knitterfee | 3 Kommentare


Flix: »Was sind Berberitzen? Wenn ich nicht mal weiß, was das ist, wie soll ich es dann vom Küchentisch geklaut und auf dem Teppich verteilt haben?«

Ich: »Berberitzen sind die Dinger, auf denen Du gerade arschgesichtig rumsitzt, und die ins Risotto sollten. «

Flix: »Wann gibt’s denn Abendessen? «

Morgen gibt’s Katzengulasch. Und Ihr so?

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