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I am my hair – ein bisschen was über Haare.

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Achtung, Update: Pinke Haare und so.

Schon lange wollte ich mal was über (meine) Haare schreiben – und so langsam wird es Zeit, denn im Januar habe ich einen Friseurtermin und danach wird hoffentlich nichts mehr so sein wie heute. Hoffentlich, nicht weil ich meine Haare nicht liebe, sondern weil ich mich auf etwas neueres und unkomplizierteres freue. Vielleicht wird sich das ganze auch noch in den Februar verschieben, weil ich noch nicht 100%ig zufrieden mit meiner Friseurwahl bin.

Fangen wir aber einfach mal mit dem Status Quo an. Meine Haare sind (soeben gemessen) ca 80 cm lang – trocken und so glatt es irgendwie bei meiner Haarstruktur möglich ist.

Wie lang sind meine Haare eigentlich, und wie messe ich das?

Ich messe mit der SSS-Methode – das bedeutet Stirn-Scheitel-Spitzen-Methode. Dafür legt man ein Maßband vorne an der Stirn am Mittelscheitel an und führt es dann über den Mittelscheitel hinweg nach hinten über den Kopf und misst bis zu den Spitzen.  Ihr dürft Euch gerne fragen, was es bringt, Haarlängen nachzumessen – mir bringt es ein Erfolgserlebnis. Denn als ich Anfang 2011 anfing, meine Haare wachsen zu lassen, war ich es einfach leid, immer wieder Versuche zu starten, meine Haare wachsen zu lassen, und dann doch wieder einen Rappel zu bekommen, zum Friseur zu rennen, und mit knapp schulterlangen Haaren wiederzukommen. Das Dilemma mit meinen Haaren ist nämlich, dass ich immer dann den Rappel bekomme, wenn meine Haare eine Länge haben, bei der der durchschnittliche Friseur sagt „oha, da muss aber ordentlich was ab“ und wenn ich dann sage, „gut, dann mach ordentlich kurz“, trauen sie sich wieder nicht richtig was abzusäbeln.

Auf meine Haargeschichte werde ich aber zu einem späteren Zeitpunkt nochmal zurückkommen – vermutlich in einem extra Post, da dieser hier schon wieder droht, mächtig lang zu werden Smile

Haare selber schneiden

Um also meinem Traum von „richtig“ langen Haaren näher zu kommen, musste ich als allererstes jeden Gedanken an einen Friseurbesuch aus meinem Kopf verbannen. Und ich habe durchgehalten: Ich war seit über 2 Jahren nicht mehr beim Friseur. Stattdessen habe ich mein einziges „teures“ Utensil investiert, dass ich zum Haare züchten brauche: Meine Haarschere. Es handelt sich dabei um eine Einsteigerschere von Jaguar, Prestyle Relax, 6 Zoll. Für mich die perfekte Schere! Warum aber ist es wichtig, eine Haarschere zu haben?

Ganz einfach: es gibt zwei Schnitt-Arten, die wachsende Haare brauchen. Zum einen die Search&Destroy-Methode, die teilweise zwar umstritten ist, aber für mich immer noch die einzige Methode, Spliss loszuwerden ohne zu viel an Grundlänge zu verlieren.

Und nein, egal was die Werbung erzählt – KEIN Shampoo, keine Spülung, keine Kur kann Spliss reparieren. Search&Destroy bedeutet im Grunde: Such Dir einen gemütlichen Platz mit gutem Licht, fange an, Deine Spitzen zu betrachten, und schneide mit einer Haarschere die Spitzen, die kaputt sind, ab. Das erfordert einiges an Zeit, hilft aber, einen genauen Eindruck vom Zustand der eigenen Haare zu bekommen. Die Verwendung einer Haarschere ist deswegen wichtig, weil sie ganz feine Zähne hat und damit die Haare vorm wegrutschen und gequetscht werden bewahrt werden. Wenn Du keine Haarschere hast, lass es lieber ganz sein, mit einer falschen Schere richtest Du im Zweifel nur noch mehr Schaden an!

Der zweite wichtige Schnitt für lange Haare ist der Grundschnitt – also der bei dem man die meist noch gestuften Haare langsam aber sicher auf eine Länge bringt. Je nach Kuerze der einzelnen Stufen kann es zwei bis drei Jahre dauern, bis alle Haare auf einer Länge sind. Und Stufen sind für viele ein Feind beim Haare wachsen lassen, weil sie stärker dazu neigen, Spliss zu verursachen und zu brechen.

Meine Haare sind jetzt nach zwei Jahren ohne Friseur und „ich mach Dir mal ein bisschen mehr Pepp rein und stuf das schön durch“ fast stufenfrei. Nun fragt Ihr Euch: Wie soll ich denn bitte meine Haare selber schneiden? Die Antwort: Je länger die Haare, desto einfacher wird es. Ich habe natürlich mit meinen Naturwellen Glück, bei mir fallen kleine Ungleichmäßigkeiten nicht so schnell auf.

Ich schneide meine Haare mit der Methode von Feye, die sie hier erklärt. Im Prinzip läuft es immer darauf hinaus, dass man sich zwei Zöpfe macht und schneidet. Ich selbst schneide selten mehr als einen Zentimeter pro Monat, so komme ich auf effektive zwei Zentimeter Wachstum pro Monat.

Und was ist mit Shampoo und Spülung?

Ganz schön viel Theorie und ganz schön viel schneiden – aber was ist mit der Pflege? Die habe ich sehr stark umgestellt. Dabei geht es nicht so sehr primär um böse Silikone und böse Sulfate und was noch so alles böse sein kann. Jeder muss ganz invididuell herausfinden, welches Shampoo passt. Bei mir ist es Lush Rehab und Lush Cynthia Sylvia Stout. Ausserdem benutze ich derzeit gerne das Balea Glatt+Glanz Shampoo.
Mein Waschrythmus ist abhängig von der Jahreszeit und meinem Hormonhaushalt Wink, jetzt im Winter wasche ich etwa zwei mal die Woche. Gespült wird mit Lush American Cream, manchmal mit John Frieda Erste Hilfe Conditioner, und mindenstens alle zwei Wäschen mit Essigwasser. Ja. Essigwasser. Das nennt man „saure Rinse“, also eine saure Spülung.

Ich nehme dafür 2 EL Rotweinessig auf etwa 1,5 Liter eiskaltes Wasser und spüle meine Haare ganz am Ende meiner Waschprozedur damit durch. Man kann die saure Rinse auch wieder mit klarem Wasser ausspülen, ich mache das aber nicht. Die saure Rinse tut meiner Kopfhaut unglaublich gut, gibt meinen Haaren Glanz und Fülle und verschafft mir üblicherweise einen Tag mehr Luft bis zur nächsten Wäsche. Und das für ein paar Cent – und eine kalte Rückseite. Aber daran gewöhnt man sich.

Spitzenpflege gibt es bei mir auch, und zwar mit Kokosöl. Damit meine ich nicht nach Kokos duftendes Haarwachs aus der Drogerie, sondern richtiges Kokosöl, idealerweise in Bio-Qualität. Das gibt es im gut sortieren Reformhaus, und es steht vermutlich bei den anderen Ölen, die man übrigens genauso gut verwenden kann. Ich mag Kokosöl, weil der Duft mir gefällt und es meine Spitzen super pflegt. Je länger die Haare, desto älter sind die Spitzen der längsten Haare, und die mögen es gern fettig. Wenn ich also gerade mal kein Öl zur Verfügung habe, creme ich mir auch eben mal die Hände ein und massiere dann mit frisch gecremten Händen die Reste in meine Spitzen ein.

Und Frisuren?!

Woran man sich als Langhaar noch gewöhnt ist, dass solche Bilder wie das obige, das mit viel Einsatz von Luft entstand, eher rar sind. Üblicherweise trägt man Zopf, oder Dutt, oder beides. Mir hat es anfangs noch großen Spaß gemacht, rumzuprobieren, aber mittlerweile hängt es mir zu den Ohren raus. Daher steht auch in den nächsten Monaten eine Veränderung an, die zumindest mal von der Züchtfrisur weggeht.

Ich glaube, nun habe ich alles notiert, was für mich in meinem Haarpflege-Gedöhns wichtig ist – bei Fragen fragen! Und, will jemand mal meine 30teilige Haar-Bilderreihe sehen? Ich glaube, ich könnte tatsächlich von jedem Lebensjahr ein Bild finden – lasst mich wissen! Heart

flattr this!

12 Kommentare

  1. Ich möchte auch so gerne lange Haare haben.Aber solang wie bei dir sind sie in 2 Jahren bei mir nie geworden.Aber das mit dem Spliss schneiden,für jedes Haar einzeln,mach ich auch schon ewig!Noch geb ich die Hoffnung ja nicht auf!^^
    Octobergirl recently posted..Weihnachts-Winterwunderland-Lichterglück-TAG!

  2. Du bist wirklich sehr, sehr hübsch. Und ich bin gespannt auf die anstehende Veränderung. Klingt ja drastisch. Zumindest nach vielen Zentimetern…

  3. Was für eine tolle Mähne!
    Ich hatte selbst bis zum Juli diesen Jahres noch (sehr) lange Haare, die knapp über dem Steißbein endeten. Allerdings waren die Spitzen irgendwann sehr kaputt und trocken, also habe ich einen Radikalschlag durchgezogen, der mir nicht gefallen hat Big Frown Also bin ich jetzt wieder fleißig am Wachsen lassen, diesmal sollen sie aber gesund und lang werden Grin

    Finde deinen Post sehr interessant, vor allem die “Search&Destroy”-Technik, werde ich wohl dann auch mal ausprobieren.

    Und über die Bilderreihe würde ich mich freuen Wink
    Autumn recently posted..Come sit with me at the bar.

    • Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg beim wachsen lassen – damit sie gesund und lang werden, muss man eben doch schon einiges beachten und vieles lassen, was Spaß macht. Und gesund und lang sieht eben auch nicht immer gut aus. Das ist ja eine der Erwartungen, die man hat.
      Ich glaube, es gibt so eine “Zuchtfrisur”, mit der man einfach die Längen erreicht die man haben will. Aber die sieht dann nicht zwangsläufig so aus, wie man sich das vorstellt – aber ich hoffe, einen Friseur zu finden, der es schafft mir einen ordentlichen Schnitt zu verpassen, ohne mir gleich 5 cm zu klauen.

      • Vielen Dank Smile

        Ja das mit den Schnitten beim Friseur ist immer so eine Sache. Ich gehe sehr ungern zum Friseur,da die meisten meine Haare einfach wunderbar versäbeln. Das letzte schöne Erlebnis: ich wollte die trockenen Spitzen schneiden lassen und die Friseurin hat die Haare auf einer Linie gerade abgeschnitten…bei meinen Locken sah das dementsprechend bescheiden aus.
        Autumn recently posted..Come sit with me at the bar.

  4. Hach, deine Haare sind echt toll geworden! Bin gespannt, was daraus wird – aber du hast ja schon Geschmack bewiesen, von daher wirds sicher großartig. Grin

    btw: wenn dir Kokosöl gefällt, wirst du Jojoba lieben. Macht meiner Meinung nach noch weicher, zumindest bei meinen Haaren.

    (Und ich habe Locken entdeckt. Auf MEINEM Kopf! o.O Ich hab jetzt ein, zwei Stufen drin, nichts extremes, nur ein bißchen, und siehe da: Locken! Oder zumindest sich leicht lockende Wellen. Grin Wahnsinn!)

    • Danke Grin
      Ich denke, es wird erst einmal etwas sehr ungesundes sein. Stufen, vielleicht Strähnchen. Momentan denke ich kupferblond oder so. Das macht meinen Hautton etwas gesünder und ich fühl mich auch ganz wohl damit.
      Ich hätte jetzt aber auch generell schon gesagt, dass Du Wellen hast. Bei Eurer Trauuung zumindest hattest Du doch schon so leichte Wellen? Oder waren die gemacht? Grin

      • Die waren nachgeholfen, ja. Grin
        Aber jetzt, mit ein paar Stufen drin, kommen die ganz von selbst. Und wenn ich ein klein bißchen haarfreundliches Gel nach dem Waschen einknete und dann noch mit Diffuser bei niedriger Hitze föhne, dann werden die schon ziemlich cool. Grin
        Den Aufwand mach ich mir logischerweise nicht immer, aber es ist schön, die Möglichkeit zu haben.

        Die Farbwahl ist gewiß gut! Ich bin gespannt!

  5. Bei ganz anderen Voraussetzungen (=Afro) bin ich quasi an ähnlicher Stelle, nämlich Haarliebe entdecken und ausweiten mit dem Ziel, einmal richtig lange Haare zu haben.
    Bei mir bedeutet das allerdings eher, dass sie sichtbar über die Schulter gehen sollen.
    Ich hab nen ganzen Haufen einfacher Tipps auf Lager, wie man Feuchtigkeit erhalten und Weichheit erlangen kann. Falls du daran interesse haben solltest, lass es mich wissen.

    Wozu ist die Essigspülung gut? Was erreichst du damit? Oder genauer: Inwiefern tut das deiner Kopfhaut gut? Konserviert das auch Feuchtigkeit? Hält es von Fettigkeit ab? Hast du trockene oder juckende Kopfhaut? Das interessiert mich sehr, denn der Winter und mein Kopf vertragen sich nicht sooo gut.

    • Richtig, die Essigspülung sorgt für einen saureren PH-Wert auf der Kopfhaut. Ich habe im Winter extrem trockene Kopfhaut, die oft juckt. Im Herbst schuppt sie auch, das gibt sich dann bei Kälte wieder entsprechend. Feuchtigkeit konserviert die Essigspülung jetzt nicht, zumindest nicht in meiner Wahrnehmung. Aber ich bin da ja mittlerweile schmerzfrei, wenn ich das Gefühl haben ich brauche Feuchtigkeit und Öl, dann gibt’s das halt. Erst sprühe ich die Spitzen mit Thermalwasserspray ein (reine Faulheit, steht halt immer irgendwo rum und sprüht nen feinen Nebel), dann massiere ich das Öl rein.

      Bei Deinen Haaren ist es natürlich ganz schön gemein, weil Du die Ergebnisse des züchtens wohl erst nach viel längerer Zeit siehst als ich oder gar jemand mit ganz glatten Haaren.

      • Hihi – ich hab so ‘ne Pflanzensprühwasserflasche Smile
        Danke fürs Erklären, ich probier das mal aus mitm Essigwasser. Mein Kopfhautjucken treibt mich manchmal schon jetzt in den Wahnsinn und es ist ja nicht gerade so, dass Kratzen hilfreich wäre oder langfristigen Erfolg brächte…

        Joa, meine Schummelhaare… Aber ein Erfolg, den ich auf jeden Fall sehe, ist mehr Volumen. Ansonsten bemerken andere Menschen eher keinen Unterschied. 20 real-cm mehr oder weniger machen optisch für mein Umfeld keinen Unterschied.

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