Eins muss ich zugeben: an den ersten sonnigen Wochenenden haben sich am Wochenende die Innenhöfe durchaus in eine nette, von uns Bewohnern belebte Atmosphäre gehüllt – fast schon ein bisschen mediterran. Wenn nur nicht immer das kleine Wörtchen “aber” wäre.
Fangen wir also an. Und zwar heute ganz ohne ein einziges Bild – was fast ein bisschen gegen meine Ehre geht, aber hier geht es um ernste Dinge.
Aaaaber:
Endlich Zeit die Fenster zu kippen, um tagsüber etwas Luft in die Wohnung zu lassen! Zu dumm nur, wenn der eigene Schreibtisch keine 10 Meter vom Spielplatz entfernt steht. Man möge mich nicht falsch verstehen, auch bitte Ihr lieben Nachbarn mit Kindern nicht: Ihr stört mich nicht, das spielen Eurer Kinder auch nicht. Aber die Schaukeln. Sie quietschen. Sie quietschen eintönig. Queeek Queeek Queeek Queeek Queeek. Unsere liebe Hausverwaltung reagiert wie immer nicht auf E-Mails. Und den Lärm abstellen tut sie natürlich auch nicht.
Aaaaber:
Letzten Freitag kam ich nach Hause, da standen plötzlich zwei junge Männer in einem der vorderen Gärten und mähten und machten und taten. Ich finde es extrem unangenehm und beängstigend, wenn plötzlich jemand unangekündigt jemand im Garten steht. Auch hier hat unsere Hausverwaltung mal wieder gefailt. EPIC gefailt, genau genommen.
Denn telefonisch war dort niemand zu erreichen, und ich hatte zwei zum Glück sehr nette und höfliche Gärtner hier stehen, die eigentlich nur Ihren Job machen wollten.
Ich bin ja fast froh, dass ich früher nach Hause gekommen bin, ich möchte nicht wissen, wie schockiert ich gewesen wäre, wenn ich nach Hause gekommen wäre und meine Blumen wären verschoben gewesen und der Rasen kürzer. Dazu muss man sagen: Uns wurde bei Mietbeginn nicht mal mitgeteilt, dass die Gärten für uns instand gehalten werden, und wir möchten das eigentlich auch nicht. Denn die “Hecken”, die ja als “Sichtschutz” gedacht sind, werden mit Sicherheit nicht dichter wachsen, wenn einmal die Woche (so war die Information der beiden Gärtner) ein Rasenmäher und eine Motorsense und zwei Männer durchrennen.
Aaaaber:
Thema Sicherheit:
Ende März saßen wir in unserer Küche und wurden leider durch eine Gruppe Jugendlicher gestört, die sich auf den Bänken vor und in unserem Garten aufhielten.
Einer von ihnen setzte sich auf die Rückenlehne der Bank und auf die Mauer, lehnte sich in die Pflanzen (“Sichtschutz”), und fiel beinahe in unseren Garten.
Dabei kann ich sie ja sogar verstehen – ich hab als Jugendliche auch nichts anderes getan. Aber warum muss es überhaupt so weit kommen?
Als sie uns dann bemerkten, verließen sie zwar die Höfe, allerdings war dies nun der erste Vorfall, der so dermaßen in unsere Privatsphäre eingriff und so ziemlich all unsere Befürchtungen bestätigt. Und wir sprechen hier heute von Temperaturen von 8 Grad und leichter Bewölkung, ich mag gar nicht dran denken, wie das im Sommer wird.
Ich frage mich, wie man so hirnfrei konzipieren kann (ich sage nur: Telefon- und Internetanschluss, Sicherungskasten alles in der Abstellkammer: rechts. Einzige Steckdose in der Abstellkammer: links.)
Die Verwaltung sagt zu der Terrassensituation: “Eine Handhabung gegen die Passanten und ein Mangel an der Mietsache sehen wir aktuell nicht. Wir würden uns jedoch freuen, wenn wir diesbezüglich in Kontakt bleiben, um die Entwicklung zu beobachten.”
Aaaaber:
Im dritten Kellergeschoss werden uns nun für 5,50 pro m² (inklusive Betriebskosten, WOW!) abschliessbare, gemauerte Kellerräume angeboten – nachdem gerüchteweise aus den Gitterkäfigen in den Gemeinschaftskellern schon in den ersten Wochen nach Mietbeginn einiges geklaut wurde, natürlich ein schmaler Streifen Sonne am Horizont – NICHT. Um mit meiner Mutter zu sprechen, die diesen Spruch übrigens schon lange vor Frau Holofernes kultiviert hat: Ich glaub es hackt.
Zumal natürlich kein Fahrstuhl aus den Wohnhäusern ins dritte Kellergeschoss fährt. Another Epic Fail.
Aaaaber:
Zu guter Letzt: Der REWE City kommt! Yaaaay! Im August! Can’t wait. No, really, can’t wait! Jeden zweiten Morgen werde ich von Bohren oder Hämmern aus dem Bett geschmissen. An jedem anderen Morgen bin ich einfach schneller als die Herren vorne im Haus. Und dann geht es den ganzen Tag so. Entweder hämmern, oder bohren, oder leichtes klopfen, aber durchgängig eine wahrnehmbare Geräuschkulisse. Ich sag nur queeeek queeek. Es ist hier tagtäglich so ein bisschen wie in einer Aufführung von Stomp – nur nicht so melodisch.
Wer es schafft, das hier auch nur einen Arbeitstag, 8 Stunden am Stück, durchgängig bei sich im Büro laufen zu lassen ohne davon Kopfschmerzen zu kriegen oder wahnsinnig zu werden, darf mir dann auch höchstoffiziell sagen, dass ich mich nicht so anstellen soll.
