The Geek shall inherit the earth.

Neunziger-Nostalgie.

21. März 2014 von Knitterfee | 4 Kommentare

Wir sind alt genug, um nostalgisch zu werden. Und ich muss ehrlich sagen, bei all dem was die von ZDF Neo da ausgebuddelt haben, wird mir ein bisschen schmerzig ums Herz – insbesondere, weil das wirklich die Neunziger waren, wie ich sie erlebt habe. Auf.den.Punkt.

Insbesondere die Sache mit den Schnapp-Armbändern und den Plastikschnullern. Hachz.
Ich war sogar mal auf einem Mr. President-Konzert. Mit Lemon Tree haben wir die Laustärke von Stereoanlagen getestet, bis uns fast die Ohren geplatzt sind.
Und natürlich hatte ich auch so einen lustigen Scall-Pager. In Rosa. Ich hör jetzt auf – aber vielleicht mach ich ja irgendwann noch diesen  Neunziger-Tag mit, der irgendwo auf YouTube rumgeistert. Wenn das überhaupt jemand wissen will…? Grin
Bis dahin zieht Euch das hier rein, sofern Ihr noch nicht habt:

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Ein Blutsgeschwisterchen für meine Taschenfamilie

19. März 2014 von Knitterfee | 2 Kommentare

oder: Taschen gehen immer. Immer!

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Aber warum ist das so? Weil Taschen immer passen. Weil wir unseren ganzen Krempel reinwerfen und mit uns rumschleppen können. Damit die Männer etwas zum festhalten haben, wenn wir auf die Tanzfläche stürmen. Weil sie schön aussehen und Spaß machen, und jedes Outfit braucht eine Handtasche. Ihr wisst schon, Fisch und Fahrrad.

Eine Tasche ist wie ein kleines zu Hause zum mitnehmen.

Und weil ich so eine Krempeltrulla bin, habe ich viele Taschen. Viele, viele Taschen. Ich bin so ü-ber-haupt nicht die Louis-Vuitton-Madame, für mich müssen Taschen Charakter haben und jede Menge abkönnen. Denn ich spiele immer noch gerne im Dreck und schramme ständig an Wänden vorbei, ach was soll ich sagen: Ich kann eben nur harte Liebe.

Am liebsten habe ich meine Taschen tatsächlich, wenn sie niemand anders hat GrinEin paar davon zeige ich Euch jetzt mal – meine treuesten Begleiter seit vielen Jahren:

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Die Mrs. Mud Cake von Aunts and Uncles ist wohl die Oma unter meinen Lieblingen – sie begleitet mich nun seit über 3 Jahren. Als ich sie das erste Mal stolz im Netz präsentierte, schrieb jemand dazu, das Leder würde mit der Zeit ja unglaublich hässlich altern. Die schöne Dame Mud Cake altert aber meiner Meinung nach absolut würdevoll. Das Leder ist mit den Jahren immer weicher geworden, sie hat eben einfach Charakter, trägt sich sehr bequem, sowohl als Shopper als auch als Umhängetasche. Mittlerweile ist sie allerdings ausverkauft, aber Aunts & Uncles produziert ja zum Glück weiterhin Taschen Wink

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Ich muss fast beschämt zugeben, dass meine kleine rote Apfeltasche aus Lack schon einige Jahre im Schrank lag, bevor ich sie vor einigen Monaten das erste Mal wieder aus dem Schrank kramte und beschloss, dass jetzt unsere Zeit gekommen ist. Gekauft habe ich sie bei einem Londoner Label names Vendula, die auch einen kleinen, versteckten Shop im Antiquitätenbereich von Camden Market in London hat. Auch diese Tasche ist sicherlich nicht mehr erhältlich, und ich finde das ganz gut so. Grin

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Die kleine grüne Satchel war Bestandteil eines Newlook-Hauls. Und weil sie im Sale war, kostete sie gerade mal 8 Pfund – und ich liebe sie. Die perfekte Feiertasche, weil klein, leicht, fester Tragegurt ohne Karabiner, die man einfach aufschnipsen kann, Drehschließe zum zumachen, ein bisschen Farbe, Kunstleder, man kann also auch ohne Schmerz mal einen Button festknipsen oder einen Sticker draufkleben. Spannend, wie manchmal diese Dinge, die man als zusätzliches Schnäppchenstück in den Warenkorb legt, zu absoluten Dauerbrennern werden, oder?

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Was in keiner Taschensammlung fehlen darf, ist ein Rucksack, finde ich. Auch das ist so eine Sache, die ich vom Leben gelernt habe. Früher mochte ich Rucksäcke so gar nicht, weil ich immer das Gefühl hatte, dass mir alles so leicht daraus geklaut werden kann. Gelöst habe ich das Problem für solche Situationen mittlerweile mit einem kleinen Zahlenschloss, dass mir Sicherheit vorgaukelt Wink Und ein Rucksack ist so praktisch, insbesondere zum einkaufen, oder wenn ich Lennox in Pflege habe und die Hände freihaben will beim Gassi gehen. Allerdings ist er doch recht schlicht – ich denke ich werde ihm Beizeiten noch etwas Charakter verpassen Grin

Nun aber zum neuen Geschwisterchen in meiner Taschenfamilie, das ich bei Lieblingstasche.de fand. Passender Name für einen Shop mit so vielen schönen Taschen. Hachz.

Darf ich vorstellen: Die Blutsgeschwister Sunny Side Saddlebag.
Sie vereint nicht nur meine Lieblingsfarben rot, grün und schwarz in sich, nee.
Kirschen! Borten! Streifen!
Man könnte denken, da fehlt der Anker. Aber der findet sich ja sogar im Blutsgeschwister-Logoschildchen wieder. Also alles dabei. Und Sie hat auch noch ein grandioses Format für den Alltag. Ich schleppe ja selten Aktenordner mit mir rum, habe aber ein große Portemonnaie und ein Schminktäschchen, und wenn dann auch noch mein iPad mit reinpasst – find ich gut!

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Zum Schluss möchte ich mich noch für das liebevoll verpackte Päckchen, den superschnellen Versand und die Kooperation bei dem Team von Lieblingstasche.de bedanken <3
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Leaving the Comfort Zone – Das Jahr der Wildkröte

19. Februar 2014 von Knitterfee | 1 Kommentar

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Das neue Jahr ist noch jung, und ich habe beschlossen, dieses Jahr häufiger mal meine Komfortzone zu verlassen. Eine Art Konfrontationstherapie gegen meine persönlichen Ur-Ängste. Dass diese Ängste nicht nur meine sind, wurde mir in den letzten Wochen klar. Wovor habe ich Angst? Vor Erfolg und den damit verbundenen Erwartungen – denen meiner Umwelt und meinen eigenen. Und natürlich immer wieder, ausgeschlossen zu werden, nicht akzeptiert zu werden, ausgelacht zu werden.

Die folgende Liste ist ein Auszug meiner Ausflüge in die Welt meiner Ängste. Diesmal nicht in Form eines “gedingst”, weil es doch hauptsächlich ein “gemacht” würde. Gemacht hab ich nämlich jede Menge.

Cover kleinFangen wir mit dem Buch an – nein, nicht mein Buch, sondern Suddas Buch. Ihrem Aufruf, unsere eigenen Erfahrungen mit LCHF zusammenzufassen, bin ich gefolgt und habe zwei Seiten vollgekritzelt.Da Sudda ja mein absoluter LCHF-Guru ist, kann ich das Buch natürlich uneingeschränkt und ungelesen empfehlen Wink

 

Picture 227Dann habe ich mich bewusst dagegen entschieden, ein Jobangebot anzunehmen. Klingt aus meiner Situation heraus vielleicht erstmal nicht so gut, jedoch war mein Bauchgefühl so schlecht und die Parameter so ungünstig, dass ich mich schon direkt in den nächsten Burnout rennen sah. Es ist nicht leicht, so etwas zu tun, aber für mich war es eine Entscheidung für mich, nicht gegen den Job. Mir selbst zu zeigen, dass ich es mir wert bin, nicht jeden Mist mitzumachen und auf mich zu achten, ist eine persönliche Weiterentwicklung, die weitaus wichtiger ist als Geld.

sop_logo_ohnerand_klUnd wenn ich solche Entscheidungen treffe, dann kommt ja meistens ganz viel Tolles als Belohnung hinterher. Zum Beispiel, dass mich Janine vom Online-Shop Shades of Pink gefragt hat, ob ich sie bei Bildbearbeitung und “Mädchen für alles”-Kram unterstützen kann. Da ich ja neben der Jobsuche auch noch ein bisschen etwas dazuverdienen darf, habe ich natürlich sofort ja gesagt und kann nun manchmal vor lauter Schminki-Bildchen im Kopf nicht mehr geradeaus gucken. Und ständig muss ich mein Grafiktablett abwischen, weil ich Nagellacke und Pinsel angeifere.

 

Eine weitere tolle Entscheidung war, mich alleine (bzw. in Begleitung von Lennox, der diese Woche Urlaub bei mir machte) zur Social Media Week zu begeben und beim Dreh des #HappyHH Videos mitzumachen. Auch wenn alles total schnell ging und ich super aufgeregt war, hat es sehr sehr viel Spaß gemacht. Wer kam eigentlich auf die Idee, mir Kaugummi zu geben? Aber egal: Raus aus der Komfortzone, und wenn ich komisch ausseh, ist das eben so Grin

Ich habe am dritten Drehtag zum Video einige Behind-The-Scenes Fotos gemacht, die auch auf flickr zu finden sind:

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Im Rahmen des Projekts habe ich einige wirklich großartige Menschen kennengelernt. Ganz besonders möchte ich mich aber bei Caro bedanken: Charismatisch, energiegeladen und happy!
Ich freu mich sehr, Dich getroffen zu haben.

Die Zeit mit Lennox war für mich sehr lehrreich: Zusätzlich zu zwei Katzen auch noch einen Hund zu versorgen und zu beschäftigen, ist zeitintensiv und anstrengend. Für mich ist, trotz großer Liebe zu Lennox, jetzt klar: Einen Hund gibt’s für mich erst, wenn die Kater irgendwann nicht mehr leben und ich viel, viel Zeit habe.

IMG_6114 Man_hat_sich_arrangiert.

Und dann habe ich da noch so ein kleines, feines Projekt am laufen, über das ich Euch in ein paar Wochen mehr sagen kann. Erstmal soll es noch im Untergrund ein bisschen vor sich hin arbeiten und wachsen Wink

Aber bei aller Selbstbeweihräucherung: Es gibt da noch ein paar Wildkröten, auf die ich Euch hinweisen möchte. Zwei davon habe ich oben schon erwähnt.

Sudda bringt Ihr Buch raus. Wer sich also dafür interessiert, hier nochmal der Link zu ihrer Facebook-Seite, damit Ihr Euch auf dem Laufenden halten könnt.

Janine macht ihren Offline-Shop in Berlin auf. Wer also mal vorbeischauen will, findet hier aktuelle Infos.

Wie ich bereits auf Facebook schrieb: Ein Schwank aus meiner Jugend: Als ich 12 war, war ich in einen Jungen verliebt, der war viel viel älter als ich (also 17 oder so), und er sah aus wie Brad Pitt (fand ich damals) und hat wunderschön Billard gespielt (was man halt so toll findet). Der hat nen Film gemacht. Könnt Ihr ja mal liken, wenn Ihr wollt. Und natürlich ins Kino gehen!

2013-06-18 13.17.29 Zu guter, nein bester Letzt: Es gibt jetzt endlich die großartigen Illustrationen von Inform Illustration als Prints zu kaufen. Hin da – ich hab schon ein Original Razz

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Leben im Gefahrengebiet

9. Januar 2014 von Knitterfee | 1 Kommentar

oder: noch ein Artikel zum Thema.

Eigentlich müsste ich dringend das Putengeschnetzelte im Kühlschrank verarbeiten. Erstens läuft es ab, und zweitens hab ich Hunger. Was das jetzt mit dem Leben im Gefahrengebiet zu tun hat? Alles.

So ist es nämlich.

Ich bin erst vor einigen Monaten von der Neustadt nach St. Pauli gezogen, und ja, mir war klar, das wird kein ruhiges Leben, und das wollte ich auch gar nicht. Ich genieße den dörflichen Charakter an Wochentagen, ab Donnerstag wird es lebhaft, bunt, betrunken – aber irgendwie nie bedrohlich. Ich habe mich gut eingelebt, kennen meinen Tabakdealer, grüße Rudi, wenn ich am Hundeladen vorbeigehe, Rudi, der auch den St. Pauli Waschsalon nebenan betreibt. Als wir noch keine Waschmaschine hatten, sind wir regelmäßig im Waschsalon gewesen, mit einer Thermoskanne Kaffee. Wenn mal irgendwas ist, geht man nach nebenan in den Hundeladen und sagt Rudi Bescheid. Wenn mir mal das Katzenfutter ausgeht, kaufe ich bei Rudi rohe Putenherzen. Und Willi, unser Nachbar aus der ersten Etage, nimmt Pakete an und sucht mehrfach täglich seine Katze.

Was jedoch seit Ende Dezember in diesem kleinen Dorf abgeht, ist anders. Es ist bedrohlich, es macht ein komisches Grummeln im Bauch.
Ich hatte nie wirklich eine Meinung, das gebe ich zu. Früher war ich zu weit ab vom Schuss, habe in Barmbek gelebt, und war damit beschäftigt irgendwie das Geld für die Miete und Strom und all das zusammenzukratzen. Danach lebte ich mehrere Jahre in einem Zustand, den ich “den goldenen Käfig” nenne. Finanziell war alles super, und wer Geld hat und Probleme, lernt irgendwann, dass sich die meisten Probleme mit Geld zumindest oberflächlich lösen lassen, und tiefer möchte man darüber gar nicht nachdenken. Das ist die Stumpfheit, die sich einstellt, denn glücklich ist man nicht, aber auch nicht so richtig unglücklich. Der gefühlsärmste Zustand ist luxuriöses Unglück.

Und nun bin ich mittendrin, und doch nicht so richtig dabei. Ich lese auf Twitter, ich lese Artikel, ich lese Meinungen.

Gestern wollte ich mich dem sogenannten “Abendspaziergang” anschließen, weil ich ein Gefühl dafür bekommen wollte, was zum Teufel hier eigentlich los ist. Was los war – bevor wir überhaupt losgingen, wurde schon Feuerwerk gezündet. Das richtige für mich, die an Silvester immer drinnen bleibt. Aus Gründen.
Ich habe mich selbst immer links von der Mitte eingeordnet. Und ich mache Dinge gerne ganz oder gar nicht – aber nun kommen wir zum großen aber:

Dinge ganz zu machen, heißt, sie richtig zu machen. Und hier ist gerade gar nichts mehr richtig.

Es ist nicht richtig, was die Polizei hier gerade in Hamburg macht, es ist meiner Meinung nach die völlig falsche Reaktion auf die Geschehnisse der letzten Wochen. Es ist nicht richtig, Polizisten zu provozieren und zu verarschen. Es ist nicht richtig, Menschen zu bedrängen – und da könnten sich sowohl die Polizei als auch die Extremisten bitte mal ein Notizzettelchen machen. Als ich gestern plötzlich das erste Mal verstand, was überhaupt so ein Kessel ist, und wie sich das anfühlt, dachte ich einfach nur noch “Das ist nicht richtig!” Es ist nicht richtig, dass neben mir Menschen stehen, die aufgebracht sind, egal ob nun aus sich selbst heraus oder weil sie Themen haben, die Polizisten als Lügner beschimpfen. Es ist nicht richtig, dass Polizisten mit Helmen Straßen abriegeln, und ich da nicht einfach rauskomme, wenn ich das will.

Ich fühle mich massiv in meiner Freiheit eingeschränkt, und zwar von beiden Seiten. Von Krawallisten und von der Polizei. Woher soll ich wissen, ob ich nicht gleich, wenn ich nur eben mal zu Budni laufen will, angehalten, kontrolliert und festgehalten werde? Oder ob der nächste Böller mich trifft, oder mein Fahrrad angezündet wird?

Das schlimmste ist eigentlich, dass mein Gefühl mir sagt: Das hier ist erst der Anfang, wenn sich nicht alle mal ein bisschen zusammenreißen und sich wieder auf Themen konzentrieren.

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