Immer wieder begegne ich Menschen, die glauben, Tzatziki würde mit Quark gemacht. Im Prinzip ist das auch kein Wunder, denn gerade wir Deutschen kennen Quark als “fest” und Joghurt als “cremig bis flüssig”. Tzatziki ist ja aber nunmal fest, also denkt man sich, es gehöre Quark rein. Auch in zahlreichen Rezepten findet man Quark.
Das Problem bei diesen Rezepten ist meist, dass sie von deutschen Hausfrauen online gestellt werden, nicht von griechischen ;)
Und der Deutsche an sich kennt meist Joghurt mit 3,5% Fett maximal, für ein gutes Tzatziki braucht man aber einen Joghurt mit 10% Fett. Den gibt es beim türkischen Supermarkt um die Ecke oder im gut sortierten Lebensmitteleinzelhandel.
Nun hatte ich aber das Glück, für ein gutes halbes Jahr in einem griechischen Haushalt leben zu dürfen, und das eine oder andere über Essen zu lernen – nicht nur griechisches.
Hier als echtes Tzatziki, ausm Kopf aufgeschrieben. Gefühl bei der Zubereitung ist aber auch sehr wichtig. Ich schreibe mal Zutaten für 500 Gramm Joghurt auf, weil ich heute 500 Gramm gekauft habe und nicht direkt den Liter-Eimer.
500 Gramm Joghurt 10% Fett
1/3 Salatgurke
3-4 Knoblauchzehen
Salz
2 EL Olivenöl
1 EL Zitronensaft
Vorbereitung:
Ein Sieb mit Küchenpapier oder einem sauberen Baumwolltuch auslegen, Joghurt zum abtropfen reingeben. Am besten macht man das am Abend vorher, natürlich geht es auch in ein paar Stunden. Aber: Je länger desto besser, bis zu 24 Stunden. Dann sollte der Joghurt auch richtig fest und cremig sein.
Zubereitung:
Den Joghurt in eine Schüssel füllen, den Knoblauch putzen und durch eine Presse in den Joghurt drücken. Nun kommen wir zur Gurke, die wird prinzipiell erstmal geschält und die Kerne rausgekratzt. Es gibt dann zwei Varianten, die Raspelvariante und die Mann-Messer-Variante. In den meisten Rezepten steht, dass man die Gurke sehr fein raspeln soll.
Bei der Mutter meines griechischen Exfreundes habe ich das anders gesehn und gelernt ;) Die ließ die Gurken nämlich immer von ihrem Mann mit einem Messer ganz kleinschneiden.
In jedem Fall sollte man die Gurke nach dem raspeln/schneiden gut ausdrücken, damit die Flüssigkeit rausgeht und das Tzatziki schön cremig wird. Dann gibt man das Olivenöl und die Gurken zum Joghurt und schmeckt das ganze mit Zitronensaft und Salz abschmecken und kaltstellen.
Es gibt natürlich diverse Varianten – ursprüngliche Rezepte geben meist noch Dill dazu, ich kenne es eher mit Petersilie. Manchmal wird auch noch Minze empfohlen.
Als Schlusswort möchte ich nochmals betonen, Tzatziki macht man mit Joghurt. Wer mit dem Argument kommt, es sei doch egal was man nimmt, Quark oder Joghurt, hauptsache es schmeckt, dem antworte ich: Mag ja sein, dass du nen tollen Knoblauchgurkenquark machst, aber Tzatziki ist das nicht.
(Und ich persönlich steh nicht soo doll auf Knoblauchgurkenquark…)