The Geek shall inherit the earth.

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4 Wochen zigarettenfrei.
Ich hatte eigentlich nicht vor, überhaupt großartig darüber ein Wort zu verlieren, aber nachdem ich nun einige Tage vor mich hin hüstel, habe ich beschlossen, wenigstens für mich selbst etwas zu bewusster zu dokumentieren, was eigentlich passiert (ist).

Aber von vorne. Es begann eigentlich damit, dass ich über Weihnachten wieder einen schlimmen Infekt hatte, der sich über insgesamt über 3 Wochen hinzog. Nach der ersten Woche wurde mit Antibiotika behandelt, dann ging es langsam besser.Die Minusgrade und die Tatsache, dass ich mich einfach nur schlecht fühlte, sorgten dafür, dass ich seit Weihnachten letzten Jahres bis auf einige wenige Ausnahmen keine Zigarette mehr angefasst habe. Zu diesen Ausnahmen gehörte Silvester, einige Gewohnheitszigaretten auf dem Weg irgendwo hin und irgendwo weg (zum Bus gehen, auf den Bus warten, etc.)

Im Internet findet man jede Menge Informationen zum Thema Entzugssymptome. Offensichtlich ist das Thema für viele Menschen sehr beängstigend, und ich muss sagen, das war es für mich auch immer – nur sehe ich das jetzt irgendwie nicht mehr. Ich bin, was meine Abhängigkeit angeht, eine absolute Unsicherheitsraucherin. Natürlich gab es Zeiten, in denen ich auch aus Langeweile und Gewohnheit vor dem Computer gequalmt habe (ein Big Pack am Tag war es damals bestimmt). Aber keine dieser Zigaretten hat mir gefehlt, seitdem ich mit Christian zusammengezogen bin und damit auch das Rauchverbot in der Wohnung akzeptiert habe. Anfangs habe ich mich manchmal noch mit dem Laptop auf den Balkon gesetzt und geraucht. In den letzten 3 Jahren (fast) hat sich mein Zigarettenkonsum soweit minimiert, dass ich eigentlich nur noch beim weggehen geraucht habe (wenn alle rausgehen zum rauchen) oder eben in diesen Unsicherheitssituationen, in den ich an der Bushaltestelle stehe, es dauert noch 8 Minuten bis der Bus kommt, und ich hab nichts zu tun. Seit dem Umzug habe ich dann auch das rausgehen auf Balkon und Terrasse (im Schnitt 2 bis 3 mal täglich) vollständig eingestellt, Stück für Stück, je kälter es wurde.
Nach der Erkältung und als Silvester dann vorbei war, hatte ich nicht mehr so stark den Impuls, mir eine Zigarette anzuzünden, als ich das Haus verließ. Das letzte Mal geraucht, und da gleich mehrere auf einmal, habe ich am 10. Januar. Dazwischen habe ich noch einmal eine Zigarette angezündet, aber nicht geraucht – es war zu eklig und mir sind die Nerven durchgegangen. Es ist nämlich gar nicht so, dass ich mich quälen muss, nicht zu rauchen. Ich finde es eigentlich sehr schön. Was mich ein bisschen an der Informationsflut an Entzugssymptomen stört ist, dass es für mich derzeit schwierig ist, Informationen über positive Aspekte des Aufhörens zu finden. Ich kann doch jetzt schneller laufen, und habe das Gefühl vielschichtiger schmecken zu können. Ich muss nicht immer stehenbleiben, um mir eine Zigarette anzuzünden und wenn die anderen zum rauchen gehen, kann ich drinnen im Warmen bleiben. Leider fällt mir bisher nicht mehr auf – ausser der Husten, ein Husten, der mich dazu bringt mich gefühlt viertelstündlich dazu bringt, mich zu räuspern. Die ersten Male hat Christian mich noch gefragt, was denn wäre ^^ – als hätte ich geräuspert, um auf mich aufmerksam zu machen.

Aber ich bemerke sonst nicht wirklich eine positive Veränderung und frage, ob es das jetzt war, oder ob da noch was kommt.
Warum ich eigentlich nicht wirklich darüber schreiben wollte? Ich habe keine Lust, “gelobt” zu werden, als hätte ich jetzt etwas besonderes erreicht.  Es ist mir nicht sonderlich schwer gefallen, aufzuhören, nachdem ich im letzten Jahr 3 oder 4 grippale Infekte hatte, die mit einer Bronchitis einhergingen und mit Antibiotika behandelt werden mussten. Dann reagierten meine ohnehin schon kranken Mandeln auch noch auf fast jede Zigarette. Es war ein logischer Schritt, den ich auf eine eher unemotionale Weise getan habe – vielleicht ist das auch dasn Geheimnis: Einfach keinen emotionalen Bezug zur Zigarette zu haben? Ich weiß es nicht.
Ein weiterer Aspekt ist aber natürlich auch die Angst, zu versagen, rückfällig zu werden. Und das, wo dann doch jeder weiß, dass ich aufgehört habe. Es ist ja eine Sache, die nur mich etwas angeht, es ist meine Entscheidung. Aber trotzdem sorge ich mich, dass ich doch wieder irgendwann zu einer Zigarette greife und dann gefragt werde “hattest Du nicht eigentlich aufgehört?”. Daher habe ich beschlossen, sehr klar zu machen, dass ich eine Raucherin bin. Ich bin eine Raucherin, die derzeit nicht raucht. Und ich hoffe, dass ich eine Raucherin bin, die nie wieder eine Zigarette anfasst.

Übrigens: ich finde den Begriff “das Rauchen aufgeben” ziemlich dämlich. Das ist ja fast so als würde man sagen, jemand hätte es aufgegeben, bei rot über die Ampel zu gehen. Wenn man sich und seiner Gesundheit etwas gutes tut, gibt nichts auf.
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