The Geek shall inherit the earth.

Dann sagt’ Ihr’s mir doch!

30. September 2014 von Knitterfee | 4 Kommentare

Ich habe schon oft in meinem Leben nicht so wirklich gewusst, ob ich mich “zurecht” belästigt gefühlt habe oder nicht.
Jedes das eine Mal.

Und nun wieder. Sagt Ihr’s mir doch.
Am Freitag bin ich mal wieder Critical Mass gefahren. Ich trug eine rote, blinkende LED-Schleife. So bin ich auch in der jetzt immer früher einsetzenden Dunkelheit gut zu sehen, insbesondere für die Freunde, mit denen ich fahre.

Ausserdem, ja, sieht sie süß aus. Ich seh gern süß aus. Ich male gerne Menschen ein Lächeln ins Gesicht mit rosa Haaren und einem lächeln und verdammten Schleifen auf dem Kopf.

Das macht mir nämlich auch gute Laune.
So fuhren wir also, die Jungs und ich mit meiner blinkenden Schleife, und ein paar Mal gab es positives Feedback von anderen Mitfahrenden. “Coole Schleife!” rief mir jemand lachend im vorbeifahren zu. Voll nett. Ein kleiner Junge, im Kasten eines Lastenrades, war völlig fasziniert und aufgeregt. Süß. Herzerwärmend.

Da war aber auch der andere. Erst fuhr er nah an mir vorbei und rief “oh guck mal, ein Häschen!” – und als ich ihn irritiert ansah und brüllte “das ist nur ne Schleife, keine Ohren!” rief er dann “Oh, ein Geschenk also!”
Ich grummelte nur “ja, an die Menschheit.” und fuhr weiter, er setzte seine Fahrt weiter in der Masse fort.
Viele Kilometer später näherte er sich plötzlich wieder überholend von hinten und rief “oh, mein Geschenk!” und ich rief verärgert “Nein!” – daraufhin zeigte er auf seinen Fahrradkorb und rief “Willst Du Kuchen?!”

Ich fand mich ziemlich schlagfertig, als ich mit den Worten “Nee, meine Mama hat mir gesagt ich soll nichts von Fremden annehmen” ablehnte.
“Naja, ich bin *Namehabichschonverdrängt* – jetzt bin ich ja kein Fremder mehr.” rief er.
Den Rest habe ich, zusammen mit seinem Namen, verdrängt.

Creppy hoch 10 in meinem Bauchgefühl.

Ich lebe in einer Welt, in der ich in Bezug auf diese Situation verschiedene Dinge tat, die ich nicht tun sollte.

  1. Ich vergewisserte mich, dass mir ja nichts passieren konnte, da mein Freund ja direkt neben mir fuhr.
  2. Ich überlegte mir, wie ich ihn das nächste Mal effektiver abschmettern könnte, falls er es noch einmal versucht.
  3. Ich erzähle jedem, auch mir selbst, dass die CM wieder so viel Spaß gemacht hat. Aber das was mir wirklich hängengeblieben ist, ist dieses wirklich unangenehme Erlebnis.
  4. Ich bezeichne mich selbst als übersensibel und freue mich über meine Verdrängungsfähigkeit.
  5. Ich fordere mich selbst in meinem Kopf auf, mich nicht so anzustellen, immerhin hat er nicht noch ein drittes Mal versucht, mich anzugraben.
  6. Ich sage mir, immerhin hat er mich nicht angegrabscht, das hätte ja alles noch schlimmer sein können.
  7. Ich denke bis heute, also 4 Tage später, noch darüber nach, ob ich mich zu Recht bedrängt gefühlt habe.

Sagt Ihr’s mir doch.

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Whole30 Challenge – Tag 5

18. September 2014 von Knitterfee | Keine Kommentare

Gib mir den Rest, oder ich geb Dir…

Aus Gründen kommt der Rückblick für gestern erst jetzt, weil ich nicht früher konnte. Zum einen gibt’s ja noch Dinge die ich tue, um ein bisschen Geld zu verdienen, die haben Vorrang, und ausserdem habe ich keinen Bock und der ganze Whole30 Kram kotzt mich an, im wahrsten Sinne des Wortes, ich mag nämlich nix mehr Essen und ein Teil von mir verweigert sich vollständig.
Gestern gab’s jedenfalls Reste:

Tag5

Und auch wenn ich dem Rückblick auf Tag 6 schon ein bisschen was vorwegnehme: Ich habe keine Ahnung was es heute Abend gibt, ich habe auch kein Interesse daran. Heute morgen gab’s nen Bulletproof, wie immer. Heute “Mittag” ein paar Nüsse und getrocknete Mangostücke, und einen weiteren Bulletproof – eher für die Seele als für den Magen.
Ich hab keine Lust mehr, was nicht heißen soll, dass ich diese “Challenge” für gescheitert erkläre, es heißt nur, dass ich keine Lust mehr habe.
Was das konkret bedeuten wird, weiß ich nicht. Vermutlich, dass ich weiterhin Bulletproof trinke und die Nahrungsaufnahme auf das Notwendigste reduziere, ich hab keine Lust mehr essen zu planen, einzukaufen, ganze Abende mit kochen zu verbringen, wenn ich nur schon dran denke dass ich da jeden Tag mehrere Stunden investiere… nö. Dann ess ich halt lieber nix.

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Whole30 Challenge – Tag 4

17. September 2014 von Knitterfee | 4 Kommentare

Moin Moin Ihr Lieben,

hier kommt der Rückblick zu Tag 4 unserer Whole30-Challenge.
Zweifel am Konzept – aber eher so ganz persönliche. Wie vielleicht einige von Euch wissen, habe ich eigentlich mein Leben lang schon mit Essstörungen zu kämpfen gehabt – hauptsächlich natürlich die sogenannte Fresssucht.
Hauptproblem bei allen Essstörungen ist aber nunmal leider, dass man sich keine Diäten oder Ernährungsformen mit Regeln aussuchen sollte, weil Regeln das Essen unnötig emotionalisieren – für gesunde Menschen kein Problem, aber da bin ich nunmal leider raus. Bei LCHF hatte ich das Problem nie so stark, weil ich mir meine eigenen Regeln gemacht habe, auch wenn diese vielleicht nicht immer 100% konform mit LCHF waren.

Aber ich bin mir noch nicht ganz sicher, warum ich gerade so unglaublich schlecht drauf bin. Gut, von einer Schachtel Zigaretten täglich auf Null, Süßstoff-Entzug und dann auch noch all die anderen Regeln der Challenge – vielleicht kann man da auch nach einigen Tagen mal durch ein tiefes Tal gehen. Dazu beschäftigen mich natürlich auch noch einige andere Themen, sowohl aktuelle, als auch Themen, die eigentlich schon längst irgendwo verrotten sollten.
Aber so ist das mit diesen blöden Traumata. So einfach wird man sie nicht los.

Ich will mir jetzt noch einige Tage geben, wenigstens die erste Woche komplette durchmachen und dann sehen, ob es mir besser geht oder ob es weiter bergab geht.
Aber natürlich gab’s gestern auch essen, und zwar Nackensteaks mit selbstgemachter Aioli, Süßkartoffelpommes und Fenchel und Knoblauch aus dem Ofen.

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Whole30_Day_4

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