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Katzenfutter selbermachen

27. Februar 2015 von Knitterfee | Keine Kommentare

oder: BARFen ist gar nicht so kompliziert, wie man sich das vorstellt.

Wie ich in diesem Artikel vor über 2 Jahren bereits einmal erwähnte, werden Flix und Leo gebarft. BARF, das bedeutet Biologisch Artgerechte RohFütterung. Und diese Art der Fütterung hat einfach sehr sehr viele Vorteile – insbesondere einen Kostenvorteil.
Von dem Rohfutter benötigen Katzen einfach relativ wenig, und wer einen guten Fleischversand hat, zahlt nicht mehr für das Fleisch als für ein Mittelklassefutter. Natürlich kommen noch ein paar Supplemente dazu, aber ich würde sagen, zusammengerechnet kommen wir auf 70 Cent pro 100 Gramm selbstgemachtes Futter. Davon brauchen wir aber auch nur 300 bis 400 Gramm am Tag. Von normalem Dosenfutter verspeisen unsere zugegeben großen Kater mit jeweils 7 Kilo Kampfgewicht allerdings um die 800 Gramm am Tag.
Ein weiterer Vorteil ist, dass sie das Futter besser verwerten können und daher auch weniger Abfall entsteht – heißt auf deutsch, weniger Katzenkacke, weniger Katzenstreuverbrauch, und die Wohnung riecht nicht nach Katze. Wer schonmal direkt neben dem Katzenklo stand, während eine Katze kackte, weiß wovon ich spreche.

Wer seine Katzen barfen will, sollte einige Voraussetzungen mitbringen bzw. schaffen können:

1. Platz im Gefrierschrank

Wer normale Mengen produzieren will, benötigt etwa eine Schublade im Tiefkühlschrank oder im Tiefkühlteil eines Kühlschranks. Ein kleines Eisfach reicht nicht aus. Wer allerdings noch ein bisschen Platz hat, kann 100 Euro in einen kleinen Kühlwürfel investieren – so habe ich in den ersten Monaten auf St. Pauli das Katzenfutter aufbewahrt. Wir haben jetzt einen großen Gefrierschrank im Keller stehen, und jede Menge Platz. Daher bestelle ich immer recht viel Fleisch auf einmal.

2. Etwas Zeit investieren

Ich benötige etwa eine Stunde, um alles vorzubereiten, das Fleisch aufzutauen, die Supplemente abzuwiegen und alles zusammen zu mischen. Je mehr Tiefkühlplatz und kleine Lock & Lock Boxen man hat, in die man das Futter abfüllen kann, desto seltener muss man diese Zeit natürlich investieren.

3. Keine Angst vor “Blut”

Wer barft, kommt mit Fleisch und Fleischsäften in Berührung. Manchmal auch Blut. Manchmal auch einfach nur Flüssigkeit, die aussieht wie Blut. Wer damit ein Problem hat, sollte nicht barfen, und vor allem nicht das Video sehen, das ich gemacht habe, um Euch eine bessere Vorstellung davon zu geben, wie wenig kompliziert das mit dem barfen eigentlich ist Smile

Info/Linksammlung zum Video:

Der Topf, den ich verwende ist der große 10-Liter-Topf von IKEA 365+ – in diesen Topf passen insgesamt 5,5 Kilo Fleisch plus Supplemente.

Rezepte errechnet man am einfachsten mit dem DuBarfst-Kalkulator. In der DuBarfst-Community findet man auch Hilfe beim Einstieg in die Rohfütterung und Grundrezepte.

Das Fleisch bestelle ich bei www.haustierkost.de – wenn Ihr über meinen Link bestellt, bekommt Ihr dort 5% Rabatt. Hier gibt es auch die meisten Supplemente, die man so fürs barfen benötigt. Man muss dort mindestens 7 Kilo Fleisch bestellen, damit das Fleisch auch ausreichend gekühlt werden kann, zudem gibt es einen Mindestbestellwert von 19 Euro. Dafür ist die Lieferung kostenfrei.

Wer erst einmal ausprobieren will, ob die Katzen BARF überhaupt akzeptieren, kann auch direkt bei diesem Shop Felini Complete mitbestellen.

Die Lock & Lock Boxen, die ich verwende, gibt es zum Beispiel bei Amazon. Sie fassen 180ml und sind super dicht.

Die Feinwaage gibt’s für gute 10 Euro bei Amazon.

 

Und wie immer der Hinweis: bei einigen Links kann es sich um Affiliate-Links handeln. Das bedeutet nicht, dass Ihr mehr bezahlt, sondern lediglich, dass wenn Ihr über meinen Link bestellt, ich einen kleinen Prozentsatz (zwischen 2 und 5%) von Eurem Umsatz vom Händler gutgeschrieben bekomme – es handelt sich dabei meist um Cent-Beträge und ich mach mich damit nicht reich, freue mich aber, wenn alle paar Monate mal ein paar Euro ausgezahlt werden Smile
Zudem wurde ich nicht von dem Fleischversand oder irgendeinem anderen Shop gesponsort.

 

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Mysterium Salatdressing

26. Februar 2015 von Knitterfee | 1 Kommentar

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Eine der Fragen, die mir unter meinen Instagram-Bildern mit Salat am häufigsten gestellt wird, ist die Frage nach dem Dressing.
Und ja, ich war auch mal eine von denen, die keinen Plan hatte, wie man ein Salatdressing macht und immer etwas neidisch auf die blickte, die aus Essig und Öl schnell irgendwas zusammenwwerfen konnten. Ich benutzte also Fertigdressings aus der Flasche oder diese kleinen Tütchen, denen man nur noch Öl und Wasser hinzufügen sollte.

Um ehrlich zu sein, manchmal benutze ich immer noch ein Dressing aus der Flasche, aber das ist sehr selten geworden – und es handelt sich dabei immer um das gleiche Dressing. Wenn ich also genau auf den Geschmack Lust habe. Sonst gilt: selbstgemacht schmeckt mir einfach irgendwie immer besser.
Der erste Schritt auf dem Weg zum eigenen Salatdressing war die Anschaffung meines kleinen Dressing-Shakers.
Ich habe meinen bei Edeka in der Haushaltswarenabteilung gefunden, es gibt ihn aber auch bei Amazon, siehe links auf dem Bildchen – mir gefällt besonders, dass er nicht so riesig ist und ich nicht in Versuchung komme, zu viel Dressing zu machen. Ausserdem hat er ein kleines, herausnehmbares Gitter, das offenbar ganz gut hilft, die Zutaten miteinander zu vermengen.

Nun aber zur großen Frage der Zutaten. Die Basis für jedes meiner Dressings sind Balsamico und Olivenöl. Balsamico ist bei LCHF immer etwas schwierig, weil er im Vergleich zu normalem Essig doch relativ viel Zucker enthält. Ich mag aber Balsamico einfach am liebsten und nehme die Kohlenhydrate dafür in Kauf. Olivenöl kaufen wir mittlerweile im 5-Liter-Kanister bei Amazon, weil unser Verbrauch einfach zu hoch ist und wir nicht ständig neue, überteuerte Fläschchen im Supermarkt kaufen wollen. Balsamico hat nicht so einen Schwund, daher kaufe ich gerne den von Mazzetti, den man eben so im Supermarktregal findet.

Kommen wir zum Salz. Mein Lieblingssalz ist das Kräutersalz von Brecht, das es soweit ich weiß nur im Reformhaus gibt. Ich habe viele andere Kräutersalze probiert, ich mag keins so sehr wie dieses. Und weil man im Dressing nie genug Kräuter haben kann, kommen noch getrocknete Kräuter dazu. Ich habe in der Küche ein Schraubglas, in das ich immer wieder Salatkräuter nachfülle. Zum Beispiel “Alles im Grünen” von Sonnentor. Oder die Salatkräutermischung vom Kräuterhaus in St. Georg. Oder Salatkräuter von Alnatura. Und immer wenn ich merke, dass es mal wieder Zeit wird, Salatkräuter nachzukaufen, kaufe ich die, an die ich gerade am besten rankomme und fülle nach, schüttel einmal kräftig und nenne es “random Salatkräuter”.

Damit hätten wir also die Basis meines Salatdressings – aber auch die Ergänzung ist ziemlich random. Auf dem Bild oben zum Beispiel habe ich einfach ein paar Teelöffel Pesto hinzugegeben. Ich mag am liebsten das Pesto Verde von Alnatura.
Zu Salaten mit Hähnchen finde ich auch  Avocado im Dressing superlecker.
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Honig-Senf-Dressing funktioniert für mich auch zu Hähnchen – oder zu Räucherlachs. Mit dem Honig bei LCHF logischerweise etwas aufpassen. Und ein großer Klacks Sour Cream passt auch super dazu. Grundsätzlich macht einen guten Salat aber eben nicht nur das Dressing aus. Mindestens genauso wichtig ist für mich, dass Nüsse oder Kerne mit dabei sind, ob nun Kürbiskerne oder mein Favorit, Pinienkerne, angeröstet und noch warm auf den Salat gegeben, einfach gut.
Überhaupt esse ich meinen Salat am liebsten lauwarm, sprich, ich verwende Zutaten in Zimmertemperatur und lasse gebratenes Hühnchen oder Bacon nicht abkühlen, sondern gebe sie warm direkt aus der Pfanne mit dem Bratfett auf den Salat.

Wenn Ihr mehr Salate und anderen Futterkram sehen wollt, folgt mir auf Instagram oder sucht nach dem Hashtag #knitterfood auf Instagram Wink

Ach und übrigens: Das ist Ironie, wenn ich unter meine Salatbilder “Schon wieder nur Salat. Dieses Lowcarb ist schrecklich.” schreibe. I-RO-NIE, Kinners.

Knutschi!

 

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Von Hatern, Trollen und Stalkern

3. Februar 2015 von Knitterfee | 1 Kommentar

Vor einigen Tagen schrieb ich bereits auf Twitter ein, zwei Sätze zum Thema – dass  Moppi mich dann auf Facebook noch um einige Antworten bat, passte irgendwie ganz gut in die aktuelle Situation – vielleicht ein bisschen anders als bei anderen.

Bei Moppis Beitrag zum Thema “Hater” geht’s weniger um diese Art von virtueller Belästigung, sondern mehr um diejenigen, denen nichts besseres einfällt als “Du bist fett, hässlich, dumm” zu kommentieren. Da aufgrund der zahlreichen Antworten nicht mein gesamter Text im Artikel erschien, gibt es ihn nun hier:

1. Wie lange und worüber bloggst Du und hast Du schon Hater-Kommentare bekommen?

Ich blogge seit 10 Jahren – angefangen habe ich mal mit einem einfachen Tagebuch. Heute blogge ich immer noch sehr breit gefächert, phasenweise über Beauty und Lifestyle, manchmal aber auch über soziale und gesellschaftliche Themen. In meiner Welt gibt’s auch nicht wirklich Hater, sondern Trolle, und da gibt es nur eine Regel: Don’t feed the Trolls. Ich habe zum Glück relativ wenige Probleme mit Trollen oder Hatern. Natürlich gibt es auch auf meinem Blog unerwünschte Kommentare, aber der Großteil wird schon weggefiltert, bevor ich ihn überhaupt sehe. Heute hatte ich jedoch so ein Erlebnis auf Twitter – dort habe ich ein Mädchen darauf hingewiesen, dass es nicht von besonders guter Erziehung zeugt, dass sie Jan Böhmermann als Missgeburt bezeichnet. Letzten Endes griff sie mich dann auch persönlich an und schrieb, Missgeburt sei ja noch zu nett für mich.

Ich retweete solche Sachen übrigens, bevor ich die Leute blocke – so sehen noch viel mehr Menschen, was sie für ein dummes Zeug von sich geben. Und ich lasse es nicht wirklich an mich ran. Ich habe in meinem Leben schon so viel Ausgrenzung erfahren, da kommt es auf ein paar anonyme Spinner auch nicht an.

Die meisten von Euch haben vermutlich keine Ahnung, dass ich schon oft kurz davor war, das bloggen, twittern und instagrammen sein zu lassen – alles wegen einer Person. Dieser Mensch ist jemand aus meiner Vergangenheit, der mich aber kontinuierlich stalkt. Kontinuierlich heißt in meinem Fall, dass er meistens ein Jahr Pause macht und dann unerwartet wieder zuschlägt, mit Kommentaren und manchmal auch mit Anrufen. Diese Kontaktaufnahmen sind meistens anfangs nicht einmal boshaft – richtig böse und aggressiv wird es immer erst, wenn ich es ignoriere oder gar wage, meinen Wunsch nach Distanz und Ruhe zu äußern. Ich habe offensichtlich kein Recht darauf, also habe ich nächtelang Alpträume und fühle mich wieder verfolgt, bis ich es vergessen kann, und dann habe ich eben wieder einige Monate Ruhe. Bei dem Artikel zu der Pillengeschichte schlug er wieder zu – ich hoffe, dass der Spamfilter jetzt wieder greift und ich meine Ruhe habe, bis er wieder einen neuen Weg findet, mich zu belästigen.

2. Wie würdest Du Dich fühlen und wie würdest Du reagieren, wenn Dir einer als Kommentar schreibt: “Geh sterben.”?
Puh, “Geh sterben” ist für mich so ein Spruch, den man je nach Situation und Temperament mal dahinsagt. Schreiben ist dann vielleicht schon ne Spur durchdachter, aber ich glaube, viele denken nicht, bevor sie kommentieren.

Es kommt ein bisschen auf den Kontext an. Wenn es sich anfühlt, als hätte derjenige es in einer hitzigen Diskussion so dahingesagt, würde ich es ignorieren und mir nicht zu Herzen nehmen. Wenn es so wäre wie letztens bei Feminist Frequency, der Sachen wie “get cancer” geschrieben wurden, das würde mir wehtun, und auch natürlich meine eigenen Ängste vor Krankheiten füttern. Wenn ich mich von Äußerungen ernsthaft bedroht fühlen würde, dann würde ich ggf. auch Anzeige erstatten.

3. Redest Du mit anderen wie Freunde, Familie, Bloggern usw. darüber?
Nicht so wirklich, weil mir das wirklich selten passiert. Das liegt bei mir wohl an mehreren Punkten, unter anderem die Tatsache, dass ich eben nicht “nur” Beauty o.ä. thematisiere. Vielen sind die Themen auf meinem Blog dann ohnehin zu hoch und das filtert dann auch direkt mal schön raus. Zudem basiert meine Leserschaft auf über 10 Jahren Arbeit und Kontaktpflege, ohne dass eine besonders hochgepushte, künstliche und extrem breit gefächerte Reichweite existiert wie bei anderen.

Und da wollte ich mich einfach an dieser Stelle mal bei Euch bedanken. Der Anteil an bösen oder sinnlosen Kommentaren tendiert hier wirklich gegen Null. Das kann man als Leser ja schlecht einschätzen, weil man den Spam ja nicht zu Gesicht bekommt. Das ist dann auch der Grund, warum ich mich morgens dann eben nochmal hinsetze und sowas hier zusammentippe. Weil der Senf, den ich so von mir gebe, für einige Menschen doch interessant zu sein scheint – und darüber freu ich mich.

Danke Euch nicht-Hatern und nicht-Stalkern. <3

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6 Monate ohne Pille und mit NFP – ein Fazit.

29. Januar 2015 von Knitterfee | 33 Kommentare

Bevor ich meine Erfahrungen der letzten Monate mit Euch teile, die ja nun hauptsächlich etwas mit mir persönlich zu tun haben, will ich eine Erfahrung mit Euch teilen. Vor etwa 1 1/2 Jahren nahm ich nicht die Pille. Ich war gerade aus einer Langzeitbeziehung raus, in der die letzten 3 Jahre sowieso nichts mehr lief und Verhütung damit auch völlig überflüssig war, hatte mich etwas berappelt und war in dem Zustand, den man wohl “Rebound” nennt. Ich würde nicht sagen, dass ich im Herbst 2013 in einer festen Beziehung war, aber es war doch mehr als ein One-Night-Stand. Ich war da immer konsequent, auch wenn ich nicht viele Erlebnisse in meinem Leben hatte, die als ONS qualifizieren, aber durchgängig die Pille zu nehmen: Nein. So kam es dazu, dass wir in meiner Nichtbeziehung eher unsicher nach Kalender und Pi-mal-Daumen-Prinzip Kondome verwendeten. Wir waren beide HIV-negativ getestet und auch sonst war alles okay, da sprach also nichts wirklich dagegen. Damals wusste ich so einige Dinge über meinen Körper noch nicht, aber dazu komme ich später. Ich habe es damals glaube ich in meinem Jahresrückblick nur sehr kurz angeschnitten, weil diese gesamte Erfahrung für mich sehr schmerzhaft war, aber um es vielleicht einfach mal auf den Tisch zu legen und damit abzuschließen: Ich wurde schwanger, hatte aber das, was man einen “frühen Abgang” nennt, irgendwo in der sechsten Woche – und die ich vermutlich nur bemerkte, weil ich darauf wartete, zum Zyklusbeginn mit der Pille wieder anfangen zu können. Er war erleichtert, ich war erschüttert. Erst einmal hatte ich nicht damit gerechnet, und seine Freude darüber, dass ich ja “nun doch nicht schwanger war”, tat erst recht weh. Aber wozu hat man Freunde, und so kam es, dass ich eines Abends am Tresen saß und einer schwangeren Bekannten davon erzählte, zwischen uns saß ihr Mann, den ich auch flüchtig kenne. Und als ich so erzählte, guckte er mich an, völlig erstaunt, und sagte

“Nimmst Du denn nicht die Pille?!”

Dieser Satz hat einige Monate gebraucht, bis er ganz in meine Wahrnehmung eingesickert ist, aber nun ist er da, und nun wird mir klar, dass die Emanzipierung, die Frauen sich wohl einmal von der Pille versprochen hatten, uns nun irgendwie das Messer in den Rücken rammt.

Es wird erwartet, dass ich als Frau die Pille nehme.

Ich lasse den Satz einfach mal so stehen, lasse ihn bei Euch sacken und vielleicht reden wir irgendwann später mal darüber.

Nachdem Christoph und ich einige Wochen zusammen waren, hatten wir die Kondome irgendwie satt, und ich fing dann doch wieder an, die Pille zu nehmen. Und es ging mir schlecht. Das flaue Gefühl im Magen, den ganzen Tag über. Latente Übelkeit. Libido gleich Null – da hatte ich nun endlich diesen unglaublich attraktiven, tollen Mann an meiner Seite, den ich eigentlich ständig anspringen wollte, aber irgendwie war meine grundsätzliche Lust auf Sex einfach total weg. Die dauerhaften Schmierblutungen halfen nun auch nicht wirklich weiter. Und dann kamen die Depressionen – und zwar nicht nur ein bisschen Mimimi. An dem Tag, an dem ich mich umbringen wollte, aber nicht wusste warum, beschloss ich, wieder abzusetzen.  


Nun wollten wir aber nicht so gerne Russisches-Baby-Roulette spielen, und ich fing mit NFP an. Was das ist, falls es Euch nichts sagt: die Beobachtung von Körpertemperatur und Zervixschleim. Ja. Man sollte als Frau eventuell keine Probleme damit haben, sich anzufassen, das kann hilfreich sein. Mehr Infos gibt’s übrigens hier.

Dinge, die ich mit NFP über meinen Körper herausgefunden habe: Ich habe einen späten Eisprung (wenn ich denn mal einen habe), der oft (nicht immer) nicht um den 14. Zyklustag, sondern um den 17. herum liegt. Ich habe nach wie vor sehr kurze Zyklen, 26 Tage etwa, und ich habe Mittelschmerz, immer links, und meine Brüste tun auch ab Eisprung weh. Und das sind nur so einige Dinge.

Was ich aber mindestens genauso spannend finde wie die Dinge, die ich nun über mich weiß: Es gibt mittlerweile so viele Frauen in meinem Umfeld, die nicht (mehr) die Pille nehmen. Und da kommen wir zu der Erwartungshaltung, die sogar ich habe, und die ich ganz schrecklich finde. Die Pille ist so selbstverständlich, dass wenn ich mit einer Freundin beim Mittagessen sitze und über mein pillenfreies Glück spreche, und sie sagt: ja, ich bin so froh dass ich die nicht mehr nehme, ich will nie wieder zurück, ich total verdattert bin.
Oder wenn ich auf Twitter mal wieder eine impulsive Äußerung zum Thema loslasse, und plötzlich kommen wieder neue “Bekennerinnen” aus den digitalen Löchern gekrochen.

Wann ist es denn passiert, dass wir als Gesellschaft einfach eine grundsätzliche Erwartung in Bezug auf Verhütung haben? Und wer sagt uns, dass die jahrelange Manipulation unserer Körper mit Hormonen nicht irgendwann mal doch schädlich für unsere Körper ist? Ich habe angefangen, die Pille zu nehmen, als ich 15 war, und habe sie über 10 Jahre am Stück genommen. Ich habe keine Ahnung, ob die Unregelmäßigkeiten in meinen Zyklen von meinem grundsätzlich chaotischen und kaputten Stoffwechsel kommen, oder ob die Pille eventuell auch etwas damit zu tun hatte.

Nun versteht mich nicht falsch, für manche Frauen mag die Pille eine total großartige Verhütungsmethode sein. Und auch dass es die Pille danach nun ohne Rezept gibt, finde ich gut.
Aber irgendwie habe ich das Gefühl, es läuft was falsch.

Zum Beispiel stieß ich bei meinen Recherchen zur natürlichen Zyklusregulierung auf Mönchspfeffer. Der soll bei Männern zum Beispiel libidosenkend wirken – bei Frauen genau das Gegenteil bewirken. Mönchspfeffer ist in Deutschland nur zur Behandlung von Frauen zugelassen. Die Frage eines Mannes, wie er den Mönchspfeffer dosieren müsse, um seine Libido zu senken, beantwortete eine Ärztin in einem Forum mit: “Es gibt Psychopharmaka mit Libido senkender Wirkung. Haben Sie darüber schon einmal mit Ihrem Arzt gesprochen?”

Und so werden wir mit synthetischen Hormonen vollgeknallt, bevor wir durch die Pubertät durch sind, damit unsere Eltern ruhig schlafen können, wir nicht so viel Schule verpassen weil wir 2 Tage monatlich mit Krämpfen flachliegen, und die Männer sollen bitte Psychopharmaka nehmen.
Bei der Pille danach wird groß rumgeheult, aber die normale Pille, die über einen längeren Zeitraum mit viel höheren Hormondosen daherkommt, wird tatsächlich verschrieben wie Smarties.

Geht’s noch?

Und eben weil das Feedback zu dem Thema immer so groß ist, dachte ich mir, ich schreib dazu mal was auf dem Blog. In den Kommentaren ist mehr Platz als 140 Zeichen – ich freu mich auf Eure Erfahrungen und Fragen. Nehmt Ihr die Pille? Wenn nicht, verhütet Ihr, und wenn ja, wie? Erwartet Ihr, dass Frauen die Pille nehmen, und wie ist das in Eurem Freundeskreis?

 

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